AK Rohstoffe Newsletter #09

Liebe Leser/innen,

Herzlich Willkommen zum 9. Newsletter des AK Rohstoffe.

Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den neuen Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank. Knud Vöcking (urgewald) zeigt in dem einleitenden Artikel den historischen Kontext ihrer Entwicklung, ihre Bedeutung als Referenzrahmen für international Akteure und die vielfältige Kritik an den neuen Standards, welche keineswegs lediglich von der Zivilgesellschaft geäußert wird.

Darüber hinaus hat der EU-Parlamentsausschuss für Internationalen Handel (INTA) diese Woche zu Sorgfaltspflichten beim Handel und Abbau von Konfliktrohstoffen abgestimmt. Leider bleibt dieser Vorschlag weit hinter den Forderungen von Vertreter/innen der Industrie, der Zivilgesellschaft und der Kirche zurück. Sowohl die konservativen Volksparteien (zu denen die CDU/CSU gehört), die Liberalen (inkl. FDP) sowie die rechten Parteien um die Lega Nord und den Front National haben sich mit einem schwachen Entwurf durchsetzen können.

Erbauliches allerdings ist aus China zu berichten, wo der Kohleverbrauch erstmals seit Jahren wieder rückläufig war, immerhin! Wir hoffen, dass Sie / Ihr durch diesen Newsletter weitere neue Erkenntnisse erlangen könnt und wir freuen uns in Zukunft wie immer auf Hinweise zu Terminen, Publikationen oder Artikel.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Reckordt
(Koordination AK Rohstoffe)

Fokus auf: Neue Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank

Verbessern durch Verwässern? Die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank werden überarbeitet

von Knud Vöcking (Urgewald)

Die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank (Safeguards) sind Referenzrahmen für die meisten Akteure in der internationalen Wirtschaft. Jetzt sollen sie reformiert werden. Der vorliegende Entwurf steht nun unter massiver Kritik, nicht nur von Nichtregierungsorganisationen. Fragt man bei Banken oder Wirtschaftsunternehmen nach, an welchen Umwelt- und Sozialstandards sie ihre Geschäftstätigkeit ausrichten, erhält man in den meisten Fällen die Antwort: Nach Weltbankstandards. In Deutschland dienen sie unter anderem der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei ihren Auslandsgeschäften oder Euler-Hermes bei Exportkreditgarantien als Referenzrahmen für ihre Projektprüfungen. Natürlich haben nach und nach fast alle Finanzinstitutionen eigene Standards entwickelt wie beispielsweise die Equator Priciples, die auf den Performance Standards des Weltbank-Privatsektorarms (Internationale Finanz-Corporation, IFC) beruhen. Nichtsdestotrotz waren die Safeguards des Bereichs der Weltbank, der den öffentlichen Bereich finanziert (Internationale Entwicklungsorganisation, IDA, und Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, IBRD), die ersten und haben damit weltweit Maßstäbe gesetzt.

Ohne Druck keine Standards

Es wäre ein Irrglaube anzunehmen, dass die Weltbank aus lauter Menschenfreundlichkeit und Sorge um die Umwelt Standards eingeführt hat. Auslöser waren vielmehr Proteste gegen Megaprojekte der Bank, die in den 1980ern von Betroffenen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) in die Hauptstädte der großen Anteilseigner USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien etc. getragen und auch bei den zweimal jährlich stattfindenden Weltbank-Tagungen in großen Demonstrationen artikuliert wurden. Jedes Mal, wenn die Weltbank wieder mit der Nase auf ein Problem gestoßen wurde, entstand ein neuer Standard.

Dieses „organische“ Entstehen der Safeguards hatte zur Folge, dass sie lückenhaft und auch unterschiedlich der gesamten Weltbank-Gruppe Verbesserungsbedarf heraus. Gleichzeitig wurde konstatiert, dass richtig angewandte Safeguards einen erheblichen Anteil an der Entwicklungswirkung von Weltbank-Projekten hätten.[1] Die Überarbeitung der Standards begann 2012 auf Beschluss des Verwaltungsrates der Weltbank und sollte eigentlich bereits Ende 2014 abgeschlossen werden. Nach der Amtsübernahme des neuen Weltbank-Präsidenten Jim Kim Mitte 2012 wurde allerdings erst eine interne Reorganisation der Bank in Angriff genommen. Deshalb geschah trotz der Erkenntnis, dass es Lücken und neue Themen („emerging issues“) wie Menschenrechte, Gender, Klima, LGBTI, Behinderte gebe, lange Zeit nichts. Fast das komplette, mit der Erarbeitung der neuen Standards befasste Team wurde ausgewechselt.

Ende Juli 2014 wurde dann der erste Entwurf der neuen Standards vom Verwaltungsrat zur weiteren öffentlichen Konsultation frei gegeben. Einige Verwaltungsratsmitglieder – wie die US-Exekutivdirektorin (ED) – und auch einige europäische EDs gaben allerdings zu Protokoll, dass dies keine inhaltliche Zustimmung zum Entwurf sei. Daraus ließ sich bereits zu diesem Zeitpunkt ableiten, dass es inhaltliche Bedenken gegen Struktur und Umfang der neuen Standards gab. Auch von NROs kam deutliche Kritik. Man war enttäuscht, dass die „emerging issues“ nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Für Empörung sorgte, dass der Entwurf eine deutliche Verwässerung der bestehenden Standards darstellt, obwohl Weltbank-Chef Kim in öffentlichen Äußerungen mehrfach betont hatte, dass es keine Abschwächung der Standards geben würde („no dilution“). […]

Verantwortung abschieben

Alle Kritikpunkte ausführlich darzustellen, würde den Rahmen jedes Artikels sprengen. Einige Beispiele sollen an dieser Stelle ausgeführt werden. Obwohl die IEG beispielsweise in ihrer Untersuchung 2010 festgestellt hatte, dass die Bank zur Gewährleistung von Kohärenz die Safeguards nicht nur auf Investitionsprojekte beschränken, sondern auch auf Programm-basierte Kredite ausdehnen sollte, wurde dies nicht angegangen.[2] Im Portfolio der Bank (IDA und IBRD) sind nur knapp 50 % Investitionskredite, mit fallender Tendenz.

Auch der generelle Ansatz, sämtliche Verantwortung von der Bank auf den Klienten, also das Kredit nehmende Land abzuwälzen, ist mehr als fragwürdig. Begründet wird dies damit, dass die Nehmerländer durch das Erstellen von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen die Implementierung und das Monitoring ihrer Systeme stärken könnten und die Bank dabei helfen werde. Das gleiche Konzept wird seit 2005 im Privatsektor bei den Performance Standards der IFC verfolgt und wurde von der IEG stark kritisiert. Die Weltbank verabschiedet sich mit diesem Vorgehen von verbindlichen und nachprüfbaren Standards. Nach dem vorliegenden Entwurf reicht es aus, wenn die Systeme der Nehmerländer im Grundsatz dazu geeignet sind, die beim Projekt entstehenden Probleme zu adressieren. Verstärkt wird diese Problematik zusätzlich dadurch, dass aufgrund von aufgeschobener Bewertung („deferred appraisal“) erst während der Projektimplementierung mögliche Probleme identifiziert und angegangen werden können. Der Verwaltungsrat der Weltbank soll also eine Finanzentscheidung treffen, ohne ausreichend über alle Aspekte des Projekts informiert zu sein. Auch die Arbeit der unabhängigen Beschwerdestelle gestaltet sich damit schwierig bis unmöglich. Das WeltbankManagement liefert dazu folgende Begründung: Man habe sich früher zu sehr auf das „frontloading“ konzentriert und mit den Studien vor der Projektgenehmigung lediglich ein Prozedere abgehakt. Jetzt wolle man den Schwerpunkt auf die Implementierung legen. Richtig ist, dass die Safeguards oft schlecht angewandt wurden. Jetzt aber die Vorbereitung zu vernachlässigen und zu hoffen, dass man alles während des Projekts einrichten könne, ist verantwortungslos. Die Bank sagt, man wolle bewusst Risiken eingehen. Die Risiken, die die Bank eingeht, müssen aber von den Betroffenen vor Ort ausgebadet werden. Das sind die Ärmsten der Armen, denen zu helfen der Auftrag der Weltbank ist.

Die Ausnahme als Regel

In ihren Präsentationen behauptet die Weltbank immer wieder, dass die neuen Standards stark bleiben und neue Aspekte aufnehmen würden. Dieser „Spin“ kann verfangen, wenn man die zehn „Environmental and Social Standards“ (ESS) oberflächlich betrachtet. Schaut man sich die ESS genau an, stellt man schnell fest, dass überall Hintertüren eingebaut sind, die vordergründig verbindliche Regeln aushebeln. In ESS 6 zu Biodiversität wird in Nr.17 durch die Formulierung „no other viable alternatives within the region exist for development of the project in habitats of lesser biodiversity value“ der unbedingte Schutz von Lebensräumen bedrohter Arten wieder aufgegeben, obwohl er zuvor im gleichen Standard festgeschrieben wurde. Die Rechte Indigener Völker sollen in ESS 7 geschützt werden. Neu eingeführt wurde „free, prior informed consent“ (FPIC) – eine Regel, die in der UN-Deklaration zu den Rechten Indigener Völker festgelegt wurde. Doch die starken Regelungen werden durch eine Opt-out Klausel für die Nehmerländer ad absurdum geführt. Danach können Nehmerländer auf Antrag die Anwendung von ESS 7 vermeiden, wenn dies angeblich zu sozialen Unruhen und Rassenkonflikten führe. Auch die Einführung des ESS 2 zu Arbeitsrechten ist nur vordergründig ein Fortschritt. Weder werden die ILO-Kernarbeitsnormen übernommen, noch gilt der Schutz für alle ArbeitnehmerInnen in einem Projekt. VertragsarbeiterInnen von Subunternehmen sind ausgeschlossen, obwohl in Großprojekten die Mehrzahl der ArbeiterInnen bei diesen beschäftigt ist. Generell ist es so, dass die Weltbank in den neuen Standards durchgehend jeden Bezug auf internationales Recht, UN-Konventionen etc. vermeidet. Die Weltbank ist nicht dazu bereit in die Standards ein Statement einzubeziehen, welches verhindert, dass die Bank dazu beiträgt, menschenrechtliche Verpflichtungen der Nehmerländer zu verletzen oder zu untergraben.

Weiter Druck machen

In der Konsultation Mitte November 2014 in Berlin mussten sich die Weltbank-Vertreter fast zwei Tage lang die geballte Kritik von NROs, WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aus der Entwicklungszusammenarbeit anhören. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellte gleich zu Beginn klar, dass es noch erheblichen Verbesserungsbedarf sehe. Es besteht also die Hoffnung, dass mit dem nötigen politischen und öffentlichen Druck die neuen Standards besser werden, als der erste Entwurf befürchten lässt. Es ist aber zweifelhaft, ob die Verbesserungen ausreichen, um wirklich gute neue Standards zu erreichen.

Der Artikel ist eine gekürzte Version des gleichnamigen Artikels im Forum Rundbrief 04/2014. Der Autor ist seit 2002 Referent für Internationale Finanzinstitutionen mit Schwerpunkt Weltbank bei urgewald.

[1] IEG, Safeguards and Sustainability Policies in a Changing World, An Independent Evaluation of the World Bank Group Experience, 2010.

[2] urgewald hat zur IEG-Studie ein Briefing verfasst: http://urgewald.org/sites/default/files/ieg_and_the_world_bank_safeguard_review.pdf.

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zum Weiterlesen

Urgewald: Milliarden-Investitionen der Weltbanktochter IFC verursachen Menschenrechtsverletzungen

„Für 94 Prozent der Investitionen, die die IFC in diesem Bereich selbst als Hochrisiko-Projekte klassifiziert, liegen für die vergangenen drei Jahre (seit 2012) keine öffentlichen Informationen über den Verbleib der Finanzmittel vor. „Die Darlehenspraxis der IFC bleibt völlig im Dunkeln. Die bittere Erkenntnis ist, dass die IFC nicht weiß, was mit ihrem vielen Geld passiert“, kritisiert Knud Vöcking, Weltbankexperte bei der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald.“

Urgewald: Menschenrechts-Tagung (16./17.3.15): Fotos, Videos, Präsentationen

Sueddeutsche: „Der Kleine Mann geht leer aus“ (Interview mit Knud Vöcking)

Gruene Bundestag: Weltbank: Menschenrechte sind keine Verhandlungsmasse

Uwe Kekeritz, MdB: „Immerhin haben die transparenten Konsultationen dazu geführt, dass Expertinnen und Experten aus Politik und Zivilgesellschaft Alarm schlagen können. Zu Recht kritisieren sie, dass den Kreditnehmerländern zahlreiche Schlupflöcher geboten werden, um große Infrastrukturprojekte zu realisieren ohne Beachtung der sozialen und ökologischen Auswirkungen, der Beteiligung der betroffenen Bevölkerung und internationalen Rechts.“

The Bretton Woods Project: Dangers of dilution: World Bank’s new weak environmental and social framework

„The [World] Bank released the first draft of the new environmental and social framework at the end of July and even though it contains some improvements, overall it represents a step backwards that could lower the standards for the entire international development community.“

ITUC CSI & Global Unions: Major weaknesses in the World Bank’s draft labour standards safeguard

„If adopted in its current form, the World Bank’s proposed “ESS2: Labor and Working Conditions” would entail the Bank stepping backwards more than a decade, that is prior to 2002 when it began supporting the CLS. The draft ESS2 makes no mention of the ILO, its eight fundamental rights conventions or the core labour standards. And for the first time since before 2002, the World Bank suggests through ESS2 that it rejects the notion of the CLS as an inseparable amalgam of four fundamental rights by stating that some CLS must be complied with in Bank-funded projects whether or not national law provides for them , but that others can be dispensed with.“

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Nachrichten

Deutsche Rohstoffepolitik

BMZ: Reichtum an Bodenschätzen und Natur für eine bessere Zukunft nutzen

„Mit der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun und der Südspitze der Zentralafrikanischen Republik bereiste Bundesminister Dr. Gerd Müller vom 11. bis 15. März eine Schlüsselregion im Herzen Afrikas. Doch auch hier gibt es große Wunden in der Natur: Abholzung, Wilderei, Raubbau an der Natur. Wald- und Tierschutz, Rohstoff- und Holzzertifizierung, Ausbildung und der Aufbau von Innovationszentren in der Landwirtschaft – damit unterstützt Deutschland die drei Länder, damit sie ihren Reichtum an Bodenschätzen und Natur für eine bessere Zukunft nutzen können.“

Klimaretter.info: KfW hält an Kohlefinanzierung fest

„“Die KfW ist ziemlich intransparent bei den Aussagen zur Kohlefinanzierung“, kritisiert Petz die Förderbank. Entweder habe es eine neue Förderzusage gegeben oder man habe die Öffentlichkeit bewusst nicht informiert. Zwar habe im vergangenen Jahr eine Debatte über die Förderpraxis stattgefunden, aber praktisch habe sich nichts geändert.“

Bohrplatz: BioMOre: Unkonventionelle Kupfergewinnung mit Fracking und Bakterien
„Sollte die geplante Tiefbohrung bei Deschka das erhoffte Potential der dort verorteten Kupferlagerstätte bestätigen, so ist davon auszugehen, dass dort in einigen Jahren ein besonderes Experiment stattfinden soll: Der Feldtest des sog. BioMOre-Konzepts unter Realbedingungen. Dann käme der Region um Weißwasser in der Oberlausitz die zweifelfhafte Ehre zu, Pionierland für ein »alternatives« Bergbaukonzept zu sein – von seinen Befürwortern gern schon mal »green mining« genannt, weil an der Oberfläche weniger zu sehen wäre als beim herkömmlichen Erzbergbau in Bergwerken unter Tage oder Tagebauen.“ – s. auch: Bohrplatz: Rotes Gold in Weißwasser gesucht

Deutschlandfunk: Lob und Kritik für Rücknahmepflicht für Elektrogeräte

Mit einer Reform des Elektrogesetzes soll die kostenlose Rückgabe und die Entsorgung ausrangierter Geräte erleichtert werden. Damit setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um. Doch die Gesetzgebung aus Brüssel sei nicht der einzige Grund für diesen Schritt, sagte Umweltministerin Barbara-Hendricks im ARD-Fernsehen: „Wir wollen die wertvollen Stoffe weiternutzbar machen, zum Beispiel bestimmte Metalle oder seltene Erden. Und die gefährlichen Stoffe dürfen nicht in der Umwelt landen. Das beides ist entscheidend.“

Klimaretter.info: Fracking ist ab heute verboten, aber…

„Laut Gesetz kann „die zuständige Behörde im Einzelfall auch dann eine Erlaubnis erteilen, wenn die Fracking-Technologie zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden soll“. Genau davor jedoch warnen Umweltschützer, die sich für ein totales Fracking-Verbot für alle Vorkommen von unkonventionellem Erdgas und Erdöl einsetzen, wie es in Frankreich bereits gilt. Denn Energieunternehmen wie Exxon Mobil warteten nur auf die Chance, den „Einzelfall“ zum Regelfall zu machen.“

Neues Deutschland: Fracking spaltet die Union

„Die geplanten Einschränkungen des Frackings zur Gewinnung von Erdgas gingen »keinesfalls weit genug«, zitiert die Zeitung den CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt. Das geplante Gesetz sieht nämlich kein generelles Verbot der unkonventionellen Fördertechnologie vor. So soll nach den Plänen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) das kommerzielle Fracking in Schiefer- und Kohlflözgestein unterhalb einer Tiefe von 3000 Metern erlaubt werden, wenn dem eine unabhängige Expertenkommission zustimmt.“

Reuters: EU regulators take Germany to court over Hamburg coal plant

„The species are harmed by the water abstraction process used to cool the power plant,“ the EU executive noted in a statement, adding when authorizing the plant, Germany failed to carry out assessments required by the Habitats Directive, a nature legislation adopted in 1992.”

Rat für nachhaltige Entwicklung: Umweltschützer uneins über Rückzug aus Geldanlagen in fossile Rohstoffe

„Matthias Kopp, Energie- und Finanzexperte beim WWF, steht der neuen Kampagne mit einiger Skepsis gegenüber: „Divestment alleine ist ein viel zu grobes Instrument. Man trifft damit auch Unternehmen, die sich ernsthaft auf den Weg zu einer umweltfreundlichen Energiepolitik machen.“ Außerdem, so sagt Kopp, „braucht eine erfolgreiche Energiewende für eine Übergangszeit Gaskraftwerke“.“

Entwicklungspolitik Online: Kohlebegrenzung. Brot für die Welt, Germanwatch und MISEREOR kritisieren Widerstand als „Panikmache“

„Vor dem Treffen Gabriels mit den Energieministern der Länder am Freitag erklärte Brot für die Welt: „Die Gegner dieser Reformen setzen mit unverantwortlicher Panikmache hinsichtlich möglicher Beschäftigungseffekte alle Bemühungen aufs Spiel, einen Beitrag zur Verhinderung eines gefährlichen Klimawandels zu leisten. Dabei vernachlässigen sie, welchen Schreckensszenarien arme Länder bereits jetzt ausgesetzt sind, wenn wir den Klimawandel nicht bremsen.““

Finanzen.net: Studie zum brasilianischen Rohstoffsektor mit Fokus auf Akteuren und Projekten

„Der nationale Branchenverband IBRAM geht davon aus, dass zwischen 2014 und 2018 Investitionen von 53,6 Mrd. US$ in neue Vorhaben und die Ausweitung bestehender Anlagen fließen werden.“ Für deutsche Anbieter von Bergbauausrüstung und -dienstleistungen erweitert sich damit ein interessanter Markt, sei es in der Exploration und Förderung oder der Aufbereitung und dem Transport der Abbauprodukte“ so Oliver Döhne, Auslandsmitarbeiter von Germany Trade & Invest in São Paulo.“

Außenwirtschaftsportal Bayern: Geschäftsanbahnungsreise nach Bolivien zum Thema Bergbau und Erdgasindustrie

„Bolivien hat im Gegensatz zu anderen klassischen Rohstoffländern bisher gerade einmal 10 Prozent seiner Rohstoffvorkommen ausgebeutet. Die Infrastruktur ist bisher noch recht schwach ausgebaut und da das Produktionsniveau im Bergbau noch lange nicht ausgeschöpft ist, werden in Zukunft weitere Investitionen getätigt und der Sektor wird stark wachsen. Auch in der Erdgasindustrie bieten sich neue Geschäftschancen: Es sind wichtige Investitionen im Bereich Erkundung und Erschließung neuer Lagerstätten geplant. Vertragliche Lieferverpflichtungen erfordern Importe von Equipment, Großgeräten, Engineering-Leistungen, Messsystemen und Laborausstattung.“

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Aus Ländern mit Rohstoffpartnerschaften

Spiegel: Bergbau und Landwirtschaft: Das Mongolische Plateau trocknet aus

„Bekannt war, dass die Region seit Jahrzehnten trockener wird. So bemängelt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), dass der zunehmende Bergbau in der Mongolei seit Beginn der Neunziger Jahre immer größere Teile der Landschaften zerstört. Inzwischen, schreiben die Forscher um Jingyun Fang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking, zähle das Plateau zu den Hauptquellen von Sand- und Staubstürmen.“

Welt: Riesiges Gebiet in der Mongolei droht auszutrocknen

„“Die Grundwasserspiegel sinken, und Flüsse trocknen aus.“ Die dadurch zunehmenden Sand- und Staubstürme würden die Austrocknung weiter verschärfen. Zwar gebe es Umweltgesetze etwa zur Renaturierung, „aber meistens ist die Umsetzung das Problem“, sagt Horlemann. Wegen der wirtschaftlichen Bedeutung des Bergbaus fehle dafür der politische Wille.“

Latina Press: Biomining: Mikroorganismen helfen bei der Kupfergewinnung in Chile

„Mit der Hilfe von Mikroorganismen versuchen Wissenschaftler wertvolle Metalle und Seltene Erden aus dem Gestein zu lösen. Biomining wird ein relativ aktuelles Verfahren umschrieben, bestimmte Erze bzw. Metalle mittels pflanzlicher oder bakterieller Organismen zu extrahieren. Mit Hilfe der Mikroorganismen wollen chilenische Minenbetreiber Kupfer aus Gestein extrahieren, ohne die sonst nötige entsprechende Temperatur bzw. toxischen Chemikalien einzusetzen. Dieses Verfahren ist umweltfreundlicher, effizienter und billiger.“

Enviacon International: Prozessoptimierung im Bergbau in Chile

„Deutsche Ausfuhren nach Chile beliefen sich im Jahr 2013 auf 2,8 Mrd. Euro, ein Drittel davon waren laut Germany Trade & Invest (GTAI) Maschinen, Elektrotechnik und Mess- und Regeltechnik. Ein wichtiger Abnahmezweig dieser Importe ist der Bergbau, Chiles Hauptwirtschaftssektor. Ausländische Investitionen haben in diesem Bereich einen Anteil von 80%. Für deutsche Unternehmen besteht großes Potential, die Ausfuhren von Maschinen und Technik zu erhöhen.“

Amerika21: Freispruch für Barrick Gold in Chile
„Nur wenige Wochen, nachdem der hauseigene Experte von Barrick Gold im Rahmen des Verfahrens ausgesagt hatte, dass das Unternehmen im Zuge von Bauarbeiten für Pascua Lama die Gletscher massiv beschädigt habe, kam die zuständige Kammer des chilenischen Umweltgerichts zu einem anderen Ergebnis. Dem Urteilsspruch zufolge habe sich Barrick Gold bei den Bauarbeiten an die staatlichen Vorschriften gehalten. Die Ursachen der fast vollkommenen Zerstörung der Gletscher liegen laut Richter im Klimawandel, nicht in den Aktivitäten der Firma.“

Blickpunkt Lateinamerika: Marke „Peru“

„In ihrer Abhängigkeit von Rohstoffexporten – Kupfer, Gold, Molybdän, Zink und Blei, Gas und Erdöl – sind die peruanischen Regierungen bis heute auf dem Umwelt-Auge weitgehend blind. Das führt vermehrt zu Protesten der zum großen Teil indigenen Landbevölkerung, die vom Rohstoffreichtum wenig Gewinn, aber umso mehr Schaden hat. Das wirtschaftlich erstarkte Peru ist ein für Deutschland zunehmend interessanter Handelspartner und seit Jahrzehnten ein Schwerpunktland in der Entwicklungszusammenarbeit.“

Blickpunkt Lateinamerika: 2.000 Polizisten gegen Anti-Kupferbergbau-Demonstranten

„Wie der Radiosender Pachamama am Mittwoch, den 25. März, berichtete, seien durch Einsatz von Tränengas und Schrotgeschosse mindestens zwölf Demonstranten verletzt worden. Neun Verhaftete seien nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gekommen, so das Onlinemedium El Buho. Für neue Demonstrationen der Bergwerk-Gegner in der Provinz Islay hatte die Ankündigung von Vize-Bergbauminister Guillermo Shinno Huamaní gesorgt, dem umstrittenen Mega-Projekt die Baugenehmigung zu erteilen.“

EarthRights International: Federal Court Orders Newmont Mining to Turn Over Evidence to Peruvian Wounded in Protest

“This decision requires Newmont to turn over numerous documents that we hope will shed light on the events leading to the shooting and paralysis of Mr. Campos,” said ERI attorney Marissa Vahlsing. The evidence includes photos and videos relating to protests near the Conga mine, reports of Yanacocha security, communications between Yanacocha and the police, and internal company communications. The court also granted Mr. Campos’s request to take a deposition of a Newmont representative.

Spiegel: Bergbau und Landwirtschaft: Das Mongolische Plateau trocknet aus

„Bekannt war, dass die Region seit Jahrzehnten trockener wird. So bemängelt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), dass der zunehmende Bergbau in der Mongolei seit Beginn der Neunziger Jahre immer größere Teile der Landschaften zerstört. Inzwischen, schreiben die Forscher um Jingyun Fang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking, zähle das Plateau zu den Hauptquellen von Sand- und Staubstürmen.“

Welt: Riesiges Gebiet in der Mongolei droht auszutrocknen

„“Die Grundwasserspiegel sinken, und Flüsse trocknen aus.“ Die dadurch zunehmenden Sand- und Staubstürme würden die Austrocknung weiter verschärfen. Zwar gebe es Umweltgesetze etwa zur Renaturierung, „aber meistens ist die Umsetzung das Problem“, sagt Horlemann. Wegen der wirtschaftlichen Bedeutung des Bergbaus fehle dafür der politische Wille.“

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Deutsche Verbände/Unternehmen

TAZ: Fracking-PR mit Schmäh-Dino

„Der Energie-Riese, der den Negativ-Preis zum Jahreswechsel für seine „Verharmlosung des umstrittenen Fracking-Verfahrens“ bekommen hat, nutzt den Preis für eine neue PR-Kampagne fürs Fracking: Im Internet ließ Exxon über einen Namen für den Dino abstimmen. Unter den 400 Teilnehmern setzte sich „Frexxi“ durch. Die Plätze zwei und drei nehmen „Frackus Futurus“ und „Fracky der Frackosaurus“ ein.“

PV-Magazine: Erdgas als Brücke ins Solarzeitalter?

„Dabei haben längst umfangreiche wissenschaftliche Studien, z.B. von den renommierten Fraunhofer Instituten ISE in Freiburg und IWES in Kassel, nachgewiesen, dass eine Stromversorgung mit 100 % Erneuerbaren Energien selbst in dem großen Industrieland Deutschland möglich ist. Erdgaskraftwerke werden darin nicht benötigt. Statt diese Erkenntnisse zu verbreiten, machen die europäischen Verbände der Erneuerbaren Energien und vielfach auch Firmen der Branche unverhohlen politische Werbung für Erdgas.“

Recycling Magazine: Konkretere Angaben für Umgang mit Konfliktrohstoffen gefordert

„WVM und VDM fordern von der EU konkretere Angaben beim künftigen Umgang mit Konfliktrohstoffen. So sei im aktuellen Berichtentwurf zur entsprechenden EU-Verordnung keine abschließende Liste der Konflikt- und Hochrisikogebiete enthalten, sagt WVM-Präsident Oliver Bell. „Alle Unternehmen, die sich freiwillig zertifizieren wollen, müssten dann selbst politisch beurteilen, welche Gebiete betroffen sind. Das ist nur schwer zu leisten und bedeutet am Ende auch Rechtsunsicherheit für die betroffenen Rohstoffimporteure“, so Bell.“

BDI: Nationale Zusatzbelastung der Braunkohle gefährdet Arbeitsplätze

„Die einseitige nationale Belastung der Braunkohle durch einen zusätzlichen Klimaschutzbeitrag ist eine Doppelregulierung zum EU-Emissionshandel. Deutschland schädigt damit unnötig die Ertragskraft seiner wettbewerbsfähigsten und kostengünstigsten Kraftwerke. Diese zusätzliche Belastung gefährdet Arbeitsplätze in Energiewirtschaft und Bergbau, ohne dass dadurch in Europa eine einzige Tonne CO2 eingespart wird.“ Das sagte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zu den jüngst bekannt gewordenen Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin.

Rohstoffallianz: DERA-Studie zur Angebotskonzentration bei Handelsprodukten wichtige Ergänzung bisheriger Untersuchungen zu „kritischen Rohstoffen“

„Auch auf nachfolgenden Stufen der Wertschöpfungsketten bestehen oftmals erhebliche Versorgungsrisiken. Die DERA-Studie deckt Risiken auf, die durch Konzentration von Wertschöpfungsstufen auf risikobehaftete Länder bestehen. Sie leistet damit einen wertvollen Informationsbeitrag“, so Paskert weiter.

Deutsches Verbände Forum: Nährstoff, Rohstoff, Energie: Abwasser und Klärschlamm als Ressource begreifen

“ Vor dem Hintergrund des großen Potentials der Ressource Klärschlamm kommt es auf ganzheitliche Strategien an. Dazu erklärt Dr. Matthias Staub, Projektleiter Klärschlamm bei Veolia: „Wir bieten Kommunen eine flexible Strategie, die Klärschlamm ganzheitlich sowohl als Rohstoff- als auch als Energiequelle in der Kreislaufwirtschaft betrachtet.““

Manager Magazin: BASF soll an Manipulation des Platinmarkts beteiligt sein

„In einer am Dienstag eingereichten Klage bei einem Gericht im New Yorker Finanzdistrikt Manhattan heißt es, BASF habe seit 2007 zusammen mit Goldman Sachs, HSBC und der südafrikanischen Standard Bank bei der Preisfestsetzung von Platin und Palladium gemogelt. Kläger ist die Juwelierfirma Modern Settings aus dem US-Bundesstaat Florida, die nach eigenen Angaben die Metalle erworben und dabei mehrere Millionen Dollar zu viel gezahlt hat.“

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Europäische Rohstoffpolitik

Global Witness: European Parliament’s Trade Committee wastes ground-breaking opportunity on conflict minerals

„Although we welcome a mandatory approach, this excessively narrow scope will likely fail to make a meaningful and lasting impact on a trade that fuels conflict and human rights abuses in countries like the Democratic Republic of Congo, Colombia, and Zimbabwe. Civil society is calling on the European Parliament to strengthen the law when it votes in mid-May.“

Aus den EU-Fraktionen:

Socialists&Democrats (EU): Socialists and Democrats push for a mandatory law to eradicate the use of conflict minerals

The Greens (EU): Development committee demands concrete legislation to stop deadly trade

S&D (EU): European conservatives fail to take a stand against conflict minerals, says S&D Group

EPP (EU): No more dirty money from conflict mineral trade

EU Reporter: 125 Die Führer der Kirche fragen EU ein Ende zu Konfliktmineralien vor entscheidenden Stimmen setzen

„Da ich weiß, das Elend unseres Volkes leben, und wie die anarchische, nicht koordinierte und sogar illegale Ausbeutung der natürlichen Ressourcen dazu beigetragen, die Verarmung unserer Menschen, wir nicht zögern, zu unterzeichnen“, so die kongolesische Bischof Fridolin Ambongo (Bild), Präsident der bischöflichen Kommission für natürliche Ressourcen. Er fügte hinzu: „Unsere Hoffnung ist, dass es eine klare Gesetz zur Regelung der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, und dass dies große Unternehmen an die Regeln zu verpflichten und transparent sein.”

DNR EU-Koordination: Ökodesign ist Schlüssel für die Kreislaufwirtschaft

„Einfache Änderungen oder Anpassungen im Design können die Lebensdauer von Laptops, Druckern oder Waschmaschinen verlängern und damit mehr als 1 Mio. Tonnen an Treibhausgas-Emissionen pro Jahr einsparen, was so viel wie 477.000 Autos, die pro Jahr weniger auf den Straßen der EU unterwegs wären, entspricht. Neben Designvorgaben an Unternehmen, die z.B. eine längere Haltbarkeit oder eine leichtere Reparatur vorsehen, sind es vor allem die sorgfältig ausgewählten Rohstoffe, die es am Ende der Lebensdauer eines Produktes ermöglichen, dessen Materialien bestmöglich zu recyceln und Bauteile bzw. Werkstoffe wieder in den Materialienkreislauf zurückzuführen.“

Recycling Magazine: Ressourceneffizienz durch Ökodesign

„Viele der Produkte, die von der Ökodesign-Richtlinie abgedeckt werden, enthalten kritische Rohstoffe, die von der EU weitgehend importiert werden. Die Wiedergewinnung, Wiederverwendung und das Recycling dieser Metalle sowie die Erhöhung der Ressourcenproduktivität in der EU könnten bis 2030 zwei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen, Innovation fördern und die negativen Auswirkungen, die künftige Preissteigerungen für diese Rohstoffe auf die europäische Industrie haben, mildern.“

derStandard.at: Breite Ablehnung für Schiefergas-Gewinnung

„Verboten ist Fracking außer in Rumänien und Bulgarien auch in Frankreich und seit kurzem in Dänemark. In Polen, das mit Großbritannien im Hinblick auf Schiefergas zu den aufgeschlossensten Ländern gehört, ist die Anfangseuphorie verflogen. Die Vorkommen haben sich als deutlich kleiner herausgestellt als erwartet, die Kosten dafür als umso höher.“

Der Freitag: In der Co2-Falle

„Wenn Giganten wie Exxon Mobil oder Shell all das fördern, was sie an Rohstoffen besitzen, wird die dreifache Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Der Umwelt zuliebe auf das Geschäft verzichten? Mitnichten. Der Marktwert der bekannten Reserven liegt derzeit bei rund 21.000 Milliarden Euro. Die Konzerne rechnen so fest mit den Gewinnen, dass sie diese größtenteils schon bilanziert haben. Der Kohlenstoff befindet sich zwar noch im Boden, für die Unternehmen ist er längst verbrannt.“

Neues Deutschland: Wir haben Zugeständnisse erreicht – Namibias Handelsminister Carl-Hermann Schlettwein über das Handelsabkommen mit der EU

„Außerdem wollten wir, wenn unsere Rohstoffe ohne eine Wertschöpfung unser Land verlassen, eine Möglichkeit haben, den Anteil, den unsere Wirtschaft aus diesen Rohstoffen bekommt, zu erhöhen, indem wir Exportabgaben erheben. Das wurde ursprünglich abgelehnt.“

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Sonstiges

Die Welt: China – Rückgang der Kohleförderung weckt Hoffnung

„Ob das Klima aufatmen kann, ist aber noch fraglich. […] Zwei Drittel der Energie des bevölkerungsreichsten Landes der Erde werden auf absehbare Zeit weiter aus Kohle kommen. Trotzdem sieht die Umweltorganisation Greenpeace eine Trendwende, weil sich die Kohleförderung seit zwei Jahren vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppelt hat. „Das Ende des chinesischen Kohlebooms ist offenkundig“, sagte Fang Yuan von Greenpeace in Ostasien.“

Neues Deutschland: Amnesty: Unternehmen helfen bei Vertreibungen in Myanmar

„»In Myanmar kommen drei Dinge zusammen: Rohstoffreichtum, eine schwache Justiz und eine Wirtschaft, die vom Militär und Spezialinteressen dominiert wird«, heißt es in dem Bericht. Die Kanadier hätten von den Vertreibungen gewusst und nichts getan, schreibt Amnesty. Die Chinesen hätten selbst Bulldozer zur Verfügung gestellt, damit Felder der dort ansässigen Bauern zerstört werden können.“

Weser Kurier: Sinkende Erlöse für Eisenerz und Edelmetalle bringen Afrikas Bergbauindustrie in die Krise

„Die Regierungen spielen hier eine wichtige Rolle. Vor allem Strompreise und die oft unzuverlässige Stromversorgung aufgrund der überlasteten Netze sind für die Unternehmen ein Problem. Eine transparente Gesetzgebung und faire Steuerpolitik sind ausschlaggebend, um ausländische Investoren anzuziehen.“

Schattenblick: Lateinamerika: UN Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte weitgehend ignoriert

„Gab­fer hat die Ge­neh­mi­gung er­hal­ten, auf einer 100 Hekt­ar gro­ßen Flä­che Gold, Kup­fer, Sil­ber und Man­gan aus­zu­beu­ten. Wäh­rend die Un­ter­neh­mens­ver­tre­ter – ohne Vor­la­ge einer Um­welt­ver­träg­lich­keits­stu­die – ver­si­chern, dass die lo­ka­len Ge­wäs­ser nicht zu Scha­den kom­men wür­den, fürch­tet Rincón, dass das Mi­nen­pro­jekt die Trink­was­ser­ver­sor­gung der 4.000 In­di­ge­nen der Ort­schaft ge­fähr­de.“

Scinexx: Wie knapp sind unsere Metall-Rohstoffe?

„Nachschubmangel droht demnach vor allem bei Indium, Arsen, Thallium, Antimon, Silber und Selen. „Diese Metalle haben nur kleine, geografisch eng begrenzte Vorkommen und werden zudem meist nur als Beiprodukte anderer Metalle gefördert.“ Ähnlich kritisch sieht dies auch für weitere Seltenerd-Metalle aus. 90 bis 95 Prozent dieser Seltenen Erden kommen aus China, daher sehen die Forscher hier enorme Risiken für eine Verknappung. Politische Instabilität könnte dagegen die Versorgung mit Tantal gefährden. Denn ein Großteil dieses Metalls wird in der von Bürgerkrieg geprägten Demokratischen Republik Kongo gefördert.“

Bougainville News: New Mining Law a Rejection of Colonial Past

“The Autonomous Bougainville Government passed a new ‘long-term’ Bougainville Mining Law on Thursday 26 March 2014. In his second reading speech in the Bougainville Parliament on Wednesday, the President spoke of the ‘misery, destruction and conflict’ caused for Bougainville by colonial mining law. He said that the under new law, ‘the rights and the needs of the owners of the minerals will be given the highest level of protection.  In particular, the owners will have power to stop either or both exploration on their land, or the grant of a mining licence over their land.’”

Die Welt: Bergbau-Widerstand steigt. Bergbaukonzerne kontern mit Meerschweinchen

„In Peru waren sechs Jahre andauernde Gespräche notwendig, bevor die Arbeit am Kupferprojekt Las Bambas aufgenommen werden konnte, sagt Moraitis, der nun ein Principal bei X2 Resources ist, einem von ehemaligen Xstrata-Managern gegründeten Investmentvehikel für den Bergbau. Um die Las-Bambas-Einigung zu erzielen, war der Bau eines neuen Dorfes in 4000 Metern Höhe nötig, inklusive Häusern mit sechs Zimmern, einer Stierkampfarena und eines Fußballplatzes. Das neue Bergdorf Nueva Fuerabamba verfügt über Strom, fließendes Wasser und Kläranlagen. Auch Landwirtschaftsexperten wurden angeheuert, um gesündere und größere Meerschweinchen zu züchten, die den Bewohnern als Proteinquelle dienen.“

FAZ.net: Blutgold als Kriegstreiber

„Sobald Gold, Diamanten und andere Ressourcen aus der Erde geholt wurden, verkaufen die Bergleute ihre Produktion an Zwischenhändler, die mit den bewaffneten Gruppierungen die Zahlungskonditionen aushandeln. Der Schatz wird dann in andere Länder geschmuggelt, etwa in den Tschad, den Sudan, die Demokratische Republik Kongo oder nach Kamerun. „Welche Handelsgeschäfte auch immer über eine bewaffnete Gruppierung laufen, werden besteuert“, sagt Aurelien Llorca, Koordinator der Expertengruppe, in Bangui. Einige der Mittel werden seinen Worten zufolge für Waffenkäufe benutzt.“

Global Witness: Statoil’s historic disclosures blow holes in Exxon and Shell’s campaign for secrecy

“Norway is the first country to bring the standard into effect, which requires oil, gas and mining companies to disclose the revenues they pay into government coffers – such as taxes, royalties and licence fees – for all countries they operate in. (2) Greater transparency will enable citizens to monitor payments worth hundreds of billions of dollars each year, and hold their governments to account for how the money is used.”

Deutschlandfunk: Schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen

Denn ähnliche Verschwendung gebe es zum Beispiel auch bei Metallen und seltenen Erden, die in Handys verarbeitet werden und deren Vorkommen auf der Erde begrenzt ist. 100 Millionen Handys werden nämlich allein in der EU jedes Jahr aus dem Verkehr gezogen und die Inhaltsstoffe sind auf Nimmerwiedersehen verloren, warnt Achim Steiner: „Das Erstaunliche ist, dass wir in diesem Handy-Elektronik-Müllhaufen jedes Jahr einen Verlust von 2,5 Millionen Tonnen Gold in Kauf nehmen, von 25 Tonnen Silber, eine Tonne Palladium und 900 Tonnen Kupfer.“

Daily Maverick: Marikana report: Time for justice, but will Phiyega be fired?

“If there is hope, it rests in a document to be delivered to President Jacob Zuma on Tuesday. When he established the inquiry in September 2012, Zuma mandated it to look into, make findings, report, and make recommendations on the events over the week in August 2012 that led to the death of 44 people, injured over 70, and led to around 250 arrests. The commission was set to investigate the roles of Lonmin, SAPS, AMCU, NUM, the Department of Mineral Resources and any other relevant government department.”

NZZ: Chevron zieht sich zurück. Polens Schiefergas-Hoffnungen schwinden

„Für die polnische Energiepolitik spielt das durch Fracking gewonnene Schiefergas eine wichtige Rolle. Man hofft vor allem, weniger abhängig von russischem Erdgas zu werden. Doch nun haben sich fast alle ausländischen Konzerne zurückgezogen, die sich mit der Fracking-Technologie auskennen. Polnische Firmen wie PGNiG sind in ihren Plänen eher zurückhaltend.“

Business & Human Rights Resource Centre: Shell lawsuit (re oil spills & Bodo community in Nigeria)

„While the case was expected to go to trial in mid-2015, Shell agreed a £55 million out of court settlement in January 2015.  £35 million will be split between those impacted by the spill who will each receive £2,200, and £20 million will go to the community.“

Taz: Protest gegen Fracking. Erste Umweltbewegung in der Sahara

„70 Milliarden Dollar sollen investiert werden, um dem Schiefergestein das dort eingelagerte Erdgas zu entlocken. Die Anwohner fürchten um ihr wertvollstes Gut: das Grundwasser. Algerien verfügt rund um das 1.300 Kilometer südlich von Algier gelegene In Salah über das drittgrößte Vorkommen an Schiefergas weltweit. Studien der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach zufolge liegt das nordafrikanische Land damit direkt hinter China und Argentinien – also noch vor den USA, wo seit Jahren Fracking betrieben wird.“

NZZ: Was vom neuen Unternhemen zu erwarten ist

„Glaubt man den Annoncen von BHP Billiton, ist die Summe der beiden Unternehmen wertvoller als der Status quo. Indem BHP Billiton sein Portfolio entschlackt und sich künftig nur noch auf seine vier Kerngeschäfte Eisenerz, Kohle, Erdöl (plus Kali) und Kupfer konzentriere, könne das Unternehmen Kosten von rund 100 Mio. $ pro Jahr einsparen sowie die Produktivität zusätzlich steigern, wie es diese Woche mitteilte. Das Management rechnet dank dem schmäleren, aber höherwertigen Portfolio mit einer Stärkung von Margen und Wachstum.“

Mail & Guardian: Mining for Goodwill will reap profits

„There are examples of the government being robust about transparency: the Vaal Environmental Justice Alliance recently scored a significant legal victory when the Supreme Court of Appeal ordered ArcelorMittal to release records to verify the company’s environmental claims independently and better understand its impact on local communities’ health. The court said: “[C]orporations … must be left in no doubt that, in relation to the environment in circumstances such as those under discussion, there is no room for secrecy and that constitutional values will be enforced.”“

Asia Climate Journal: Flurry of new coal plants threaten Philippine’s Mindanao

“More than half of the total number of new coal-fired power plants being built in the country, are in Mindanao, an island still enjoying cheaper electricity rates compared to the rest of the country because of its heavy reliance on hydropower. The flurry of coal plant construction in Mindanao, however, is projected to reverse the trend in the coming years. While Mindanao still sources out 56 per cent of its energy need from renewable energy (mainly hydropower) this year, this reliance on renewable energy is projected to go down to 33 per cent in 2016; as the island will rely more on fossil-based energy like coal, according to the MinDA’s supply outlook projection for Mindanao.”

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Publikationen

AK Rohstoffe: Für eine wirksame EU-Gesetzgebung zu Konfliktrohstoffen

Alberto Acosta: Buen Vivir. Vom Recht auf ein gutes Leben.

Asienhaus: Tiefseebergbau. Fakten und Schlussfolgerungen

Asienhaus: Chinas Rohstoffhunger. Perspektiven der Zivilgesellschaft

Bundesrat: Entschließung des Bundesrates zur Ratifizierung des ILO-169-Übereinkommens

Business and Human Rights Resource Centre: Briefing. Is the UK living up to its business and human rights commitments?

DERA: Rohstoffliste 2014 – Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstoffen und Zwischenprodukten – potentielle Preis- und Lieferrisiken

Ejolt Report 2014: Towards environmental justice success in mining resistances. An empirical investigation

Heinrich Böll Stiftung: Schmutzige Geschäfte. Deutsche Investitionen im Bergbausektor

RAID: Principles without justice.The corporate takeover of human rights

Raúl Wiener und Juan Torres: Large scale mining: Do they pay the taxes they should? The Yanacocha Case.

SOMO: Fool’s Gold. How Canadian mining company Eldorado Gold destroys the Greek environment and dodges tax through Dutch mailbox companies

SOMO: EC’s Conflict minerals proposal must not be limited to four minerals

Ulrich Brand: Lateinamerika in der Rohstofffalle

VENRO: Eine neue Politik für globale Gerechtigkeit

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Termine

18.04.2015 Podiumsdiskussion (Dresden): Rohstoffe und Elektromobilität (Inkota und AYNI e.V.)

27.04.2015 (Berlin): Sneak Preview „La Buena Vida – Das gute Leben“ (PowerShift e.V, Kohleausstieg Berlin, Misereor, Oxfam Deutschland und Klima-Allianz)

05.05.2015 (Berlin): Globale Wert(e)schöpfung – Unternehmerische Verantwortung weltweit (Econsense)

06.05.2015 (Berlin): 2. Plenumskonferenz zum Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte im BMAS

12.05.2014 (Köln): Chinas Rohstoffhunger (Asienhaus)

26.05.2015 (Berlin): Vom Bergbau zum Autoblech (Haus der Demokratie und Menschenrechte; RLS, FDCL, ECCHR und PowerShift)

03.-04.06 (München): G7 Alternativgipfel

23.06 (Heinrich Böll Stiftung, Berlin): Post-Extraktivismus Konferenz

  1. und 11.09 (Dresden): Crashkurs Rohstoffe

10.10 (bundesweit): TTIP Aktionstag

 

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AK Rohstoffe ist ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert negative Auswirkungen des (metallischen und nichtmetallischen) Rohstoffabbaus in den Ländern des globalen Südens und Nordens sowie die politischen Trends, die diese bedingen. Seit dem 1. Mai 2013 existiert ein Koordinationsbüro in Berlin.

Herausgeber: Michael Reckordt; Kontakt: michael.reckordt@power-shift.de; 030 42805479.

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