AK Rohstoffe Newsletter #18 – Fokus auf: Rückhaltebecken

Liebe Leser/innen,

Herzlich Willkommen zum 18 . Newsletter des AK Rohstoffe.  Neben unserer gewohnten thematischen Einteilung in deutsche Unternehmen/Verbände sowie deutsche und europäische Rohstoffpolitik setzt dieser Newsletter erstmals auch auf eine regionale Zuordnung für Asien, Afrika und Amerika. Darüber hinaus finden Sie in der Rubrik „Tiefseebergbau“ Nachrichten rund um den geplanten Abbau auf den Meeresböden.

Ein Konfliktpunkt um Bergbau sind immer wieder die Rückhaltebecken: Sie sollen die Kontamination von Wasser und Böden verhindern, brechen jedoch zu häufig oder laufen über. Einige der größten Umweltkatastrophen der letzten Jahrzehnte sind auf das Brechen von Rückhaltebecken zurückzuführen, wie 2015 in Brasilien. Jakob Kluchert hat sich in seinem Artikel in diesem Newsletter ausführlich dieser Thematik gewidmet.

In diesem Jahr veranstaltet der AK Rohstoffe bereits zum dritten Mal die Alternative Rohstoffwoche. Vom 16. bis 22. Oktober können Sie in diesem Rahmen zahlreiche Veranstaltungen in Aachen, Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Köln, München und Münster besuchen (eine Übersicht finden Sie am Ende des Newsletters). Am 11. Oktober wird es eine Auftaktveranstaltung bei Brot für die Welt geben zu dem Thema „Digitalisierung: Eine – falsche – Wette auf die Zukunft? Auswirkungen von Industrie 4.0 in Nord und Süd“. Wir freuen uns schon dort viele Gäste begrüßen zu dürfen. Genauere Infos folgen dann ab August auf unserer Website.

Schöne Grüße,
Merle Groneweg und Michael Reckordt
(Koordination AK Rohstoffe)

Fokus auf: Rückhaltebecken im Bergbau – Gefahr hinter dem Damm

Als am 04. Oktober 2010 das Rückhaltebecken der Aluminiumhütte in Kolontár (Ungarn) brach, fluteten knapp eine Million Kubikmeter Rotschlamm die anliegenden Dörfer, vergifteten die Umgebung und begruben zehn Menschen unter sich. Das Versagen von Rückhaltebecken hat in den letzten Jahren immer wieder Menschenleben gekostet sowie für massive Verschmutzung und Verwüstung ganzer Landschaften geführt.

Auffang- bzw. Rückhaltebecken liegen auf oder an dem Minengelände und enthalten den Abraum, das heißt das Gestein um das gewonnene Erz. Dabei sind in dem Gestein häufig Mineralien in sehr geringer Konzentration enthalten, die aufgrund des niedrigen Wertes nicht ökonomisch sinnvoll gewonnen werden können. Abhängig von den Konzentrationen enthaltener Stoffe (wie bspw. Zyanid) reagieren die Materialien mit ihrer Umwelt und bergen so je nach Bauart des Rückhaltebeckens ein kleineres oder größeres Kontaminationsrisiko. Dabei werden über Dispersion durch Wind (bei offener Lagerung) oder über Versickern Schwermetalle, Säuren oder andere giftige, teils radioaktive Stoffe in die Umwelt entlassen.

Dies hat direkte Auswirkungen auf die Umwelt und damit die Menschen der betroffenen Region. So wurde bspw. im peruanischen Distrikt Espinar bei Menschen, die unterhalb eines Rückhaltebeckens für Minenschlämme leben, eine erhöhte Konzentration an Schwermetallen in Blut und Urin festgestellt (Glocon). Durch Absinken bzw. Abrutschen von instabilen Befestigungen und Dammbrüche der Becken wird zudem die anliegende Bevölkerung direkt gefährdet.

Aufgrund der Menge des anfallenden Abraums über lange Zeiträume sind die Becken häufig auf große Volumen mit vielen Millionen Kubikmetern gewachsen. Gegenüber ebenfalls oft sehr großen Wasserstauanlagen haben Rückhaltebecken für Minenschlämme jedoch eine deutlich höhere Unfallrate. Dies kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass zum einen im Bau von Rückhaltebecken fehleranfälligere Materialien als bei Talsperren eingesetzt werden dürfen und zum anderen der Bau der Schlammrückhaltebecken oft über einen längeren Zeitraum und die Erweiterungen in Etappen geschehen. Beides macht die Gesamtkonstruktion anfälliger und Qualitätskontrollen schwieriger als bei Wasserstauanlagen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aus bspw. Beton erbaut werden (National Park Service).

Unfälle

Die katastrophalen Auswirkungen eines Dammbruches lassen sich an der langen Liste von Unfällen der letzten Jahrzehnte nachvollziehen. So gelangten nach einem Dammbruch des Absatzbeckens einer Zink- und Bleimine im April 1998 in Los Frailes (Spanien) knapp zwei Mio. Kubikmeter Minenschlamm und ungefähr vier Mio. Kubikmeter kontaminiertes Wasser mit hohen Konzentrationen an Schwermetallen in den Fluss Guadiamar. Von den Folgen des Unfalls waren über 2600 Hektar eines Nationalparks betroffen. Die Aufräumarbeiten kosteten mehr als 215 Mio. Euro (Arenas und Méndez 2002).

Die Kosten für die Langzeitfolgen durch die Verschmutzung des Rio Doce in Brasilien sind noch längst nicht abzuschätzen. Nachdem Probleme und Warnungen vom Betreiber Samarco (Vale/BHP) immer wieder ignoriert worden waren, brach im November 2015 das Rückhaltebecken einer Eisenerzmine unweit der Bergbaustadt Mariana. Der Dammbruch entließ eine Welle von 62 Mio. Kubikmetern (ca. 25.000 Olympia-Schwimmbecken) Schlamm mit Arsen, Kupfer, Aluminium, Blei und Quecksilber in die angrenzende Region – 19 Menschen starben, der Rio Doce wurde auf einer Länge von 650 Kilometern verseucht (Süddeutsche).

Häufig sind angrenzende Gewässer von den Unfällen betroffen und transportieren die giftigen Massen über große Strecken – im Fall des Unglücks von Baia Mare im Januar 2000 in Rumänien bis nach Ungarn. Als am 01. Januar der Damm des Rückhaltebeckens einer Golderz-Aufbereitungsanlage nachgab, überfluteten 100.000 bis 300.000 Kubikmeter mit Schwermetallen versetzte Natriumcyanidlauge die Umgebung (NZZ) – Fischsterben und die Vergiftung von Trinkwasser und des Erdbodens waren die Folge.

Die Aufzählung der Unfälle könnte lang fortgeführt werden. Die Beispiele zeigen welches Ausmaß an Umweltverschmutzung sowie Gefährdung von Lebensraum und Gesundheit der Bevölkerung mit dem fehlerhaften Bau sowie der unsachgemäßen Wartung der Becken einhergeht.

Konstruktion

Anders als bei Wasserstauanlagen kann der Inhalt eines Rückhaltebeckens nicht bei zu starkem Anstieg der Masse (durch bspw. starke Regenfälle) sukzessive abgelassen werden. Zudem muss der oft giftige Abraum in den Becken nach der Schließung einer Mine weiter gewartet werden.

Häufig werden die Becken über die Zeit immer wieder erweitert, um das Fassungsvermögen zu steigern. Dabei wird auf drei verschiedene Konstruktionsweisen zurückgegriffen. Die „upstream-Variante“ ist die unsicherste, da sie von der Stabilität jeder einzelnen Stufe abhängig ist, gefolgt von der Variante „centerline“. Beide werden trotz ihrer höheren Fehleranfälligkeit aufgrund von Kostenabwägungen weiterhin vielfach eingesetzt. Die downstream-Variante ist die sicherste aber auch teuerste Konstruktion (National Park Service).

Neben dem Bautyp beeinflussen weitere Faktoren die Sicherheit von Rückhaltebecken. Die Gesamthöhe sowie der Winkel des äußeren Hangs sind dabei genauso von Bedeutung wie der Grad der Sedimentablagerung, die Existenz von Entwässerungssystemen (unter anderem zur Regelung von erhöhtem Wasseraufkommen) und seismische Einflüsse (UNEP).

Die drei häufigsten Ursachen für Unfälle an Rückhaltebecken sind Überlaufen, Versagen der Dammstabilität und Erdbeben. Dabei kann eine Instabilität des Rückhaltedammes von Erosion innerhalb des Dammes, dem Nachlassen der Stärke von gesättigtem Material durch den Aufbau von Porenwasserdruck oder auch von Überfüllung herrühren (UNEP).

Dies können alles Gründe für ein Versagen der Rückhaltedämme sein. Grundsätzlich ist der Kostenfaktor sowohl beim Bau als auch bei der Wartung von entscheidender Bedeutung. Häufig werden Konzepte mit langfristig hoher Sicherheit zugunsten von kurzfristigen ökonomischen Vorteilen aufgegeben.

Gesetzliche Regulierungen

Gesetzliche Regulierungen sollen ebenjener Tendenz der Bergbaukonzerne zur Abwägung von Sicherheit und ökonomischem Vorteil – häufig zugunsten des Profits – entgegenwirken und die genannten Einflussfaktoren durch festgeschriebene Rahmenbedingungen kontrollierbar machen.

Auf internationaler Ebene legte die Global Mining Initiative Conference in Toronto (2002) wichtige Grundsteine für die im Folgenden genannten Regulierungen, indem sie besonders die Problematik fehlender Verantwortlichkeit für geschlossene Minen und deren sozialen und Umweltauswirkungen herausstellte. Das 19. Treffen der Kommission für Nachhaltige Entwicklung der UN im Jahr 2011 zeichnete einen Ausblick auf einen vorbildlichen Minensektor: „A sustainable and well managed mining sector is that which is safe, healthy, gender balanced and inclusive, environmentally friendly, socially responsible and welcomed by the surrounding communities“ (DGEG: 45). Von diesem Standard scheint die Rohstoffindustrie damals wie heute weit entfernt zu sein. Die Kommission legte Empfehlungen für staatliche Rahmenbedingungen zu einem verantwortlichen Minenbetrieb vor, in denen sie ausreichende Beteiligung und Gewinnanteile für lokale Gemeinden, Risikoanalysen für Umweltschäden oder Pläne für die Schließung der Minen befürwortete.

Auf europäischer Ebene wurde besonders nach dem Bruch des Rückhaltebeckens von Baia Mare 2000 in Rumänien und der Verseuchung der angrenzenden Landschaft die Forderung nach einer Regelung laut, die einen einheitlichen Rahmen für mineralischen Abfall schaffen sollte. Aufbauend auf die vorhandene Seveso Richtlinie – die die Gefahren schwerer Unfälle bei bestimmten Industrietätigkeiten reguliert – verabschiedete die EU-Kommission 2006 die Richtlinie über die Bewirtschaftung von Abfällen aus der mineralgewinnenden Industrie (EU Mining Waste Directive – 2006/21/EC). Diese macht Vorgaben zu Lagerung und Wartung des Abraums bzw. Minenschlammes der Kategorie A. Die Kategorisierung richtet sich dabei nach dem Gefahrenpotenzial der zu lagernden Stoffe. Abfallentsorgungseinrichtungen werden in die Kategorie A (höchste Sicherheitsstufe) eingeordnet, wenn ein Versagen der Einrichtung zu einem schweren Unfall führen bzw. wenn die gelagerten Stoffe ab einem bestimmten Schwellenwert als gefährlich für die Umwelt eingestuft werden.

Die Direktive stellt Anforderungen an Genehmigungen zur Lagerung von Minenabraum. Grundsätzlich müssen die Betreiber Management-Pläne für den Umgang mit mineralischem Abfall vorlegen. Für Minenabraum/-schlämme der Kategorie A verlangt die Direktive von den Betreibern Sicherheitspläne, Notfallpläne und Unfallpräventionsmaßnahmen. Bevor eine Einrichtung zur Lagerung von mineralischen Abfällen eingerichtet wird, muss der Betreiber eine finanzielle Sicherheitsleistung (z.B. in Form eines hinterlegten Betrages) erbringen. Zudem müssen Vorkehrungen „für die Sanierung des Areals und die Stilllegung der Abfallentsorgungseinrichtung“ (2006/21/EC: 10d) bestehen.

Auch wenn die EU-Direktive als deutlicher Fortschritt zu einer sichereren und einheitlichen Lagerung mineralischen Abfalls zu werten ist, besteht dringender Nachbesserungsbedarf. So ist die Direktive auf besonders gefährliche Stoffe (Kategorie A) fokussiert – eine striktere Regulierung für weitere Stoffe hingegen fehlt. Zudem geht die Direktive in entscheidenden Punkten nicht weit genug und bleibt in den Anforderungen sehr allgemein. So werden keine konkreten Technologien, Bauweisen etc. vorausgesetzt, obwohl es bspw. bei letzteren deutliche Sicherheitsunterschiede gibt, wie die Ausführungen zu upstream- und downstream-Absatzbecken gezeigt hat (s.o.).

Zu einem Zyanid-Verbot auf Grundlage der Resolution des Europaparlaments konnte sich die EU-Kommission bislang nicht durchringen. Darüber hinaus mangelt es vielerorts an der Implementierung der Direktive. Bestehende Anlagen werden kaum umgerüstet – teilweise kalkulieren Betreiber lieber Strafen in ihrem Jahresbudget statt aktiv zu werden (WWF).

Zuletzt sind Minengebiete mit dazugehörigen Rückhaltebecken für mineralischen Abfall häufig außerhalb der EU und damit der legislativen Reichweite der EU-Direktive zu finden. So verzichten die meisten EU-Staaten mittlerweile zwar bspw. auf die Verwendung von Zyanid zum Herauslösen von Metallen – unter anderem in Peru oder den Philippinen wird es jedoch weiterhin eingesetzt. Im Allgemeinen werden Regulierungen international sehr uneinheitlich angewendet. So hat bspw. Kanada als Land mit einem besonders großen extraktiven Sektor erst letztes Jahr eine Pflicht zur Vorlage von Management-Plänen für Unternehmen eingeführt (NRDC). Häufig werden Regulierungen erst dann auf den Weg gebracht, wenn bereits große Unfälle an Rückhaltebecken geschehen sind, wie die Bemühungen in der EU nach dem Desaster von Baia Mare, Regulierungen in Spanien nach Los Frailes oder auch der Überarbeitung der Rahmenbedingungen für die Lagerung mineralische Abfälle in Rückhaltebecken in Brasilien nach der Verseuchung des Rio Doce zeigen (The Guardian).

Zivilgesellschaftliches Engagement

Durch den Druck der Zivilgesellschaft, die Katastrophen dokumentiert, unabhängige Umweltgutachten erstellt und sich für stärkere Regulierungen einsetzt, wurden in den letzten Jahren Abfallrichtlinien konkretisiert. Am Fall des Dammbruches des Mount Polley Minen Rückhaltebeckens 2014 (British Columbia, Canada) lässt sich die entscheidende Bedeutung der Zivilgesellschaft als Sprachrohr für Umwelt und Menschen nachvollziehen. Drei Jahre nach dem Unfall hat der Bergbaubetreiber Imperial Metals noch immer keine Strafzahlungen geleistet. Unter anderem auf Druck der Zivilgesellschaft wurde ein Panel mit unabhängigen Expert*innen eingerichtet, die den Unfall bewerten und Empfehlungen für zukünftige Regulierungen geben sollten. Obwohl das Panel weitere Dammbrüche bei gleichbleibenden gesetzlichen Rahmenbedingungen innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussagte und konkrete Empfehlungen abgegeben hat, wie die ausschließliche Genehmigung für trockene Rückhaltebecken, wurden die Vorschläge des Panels bis heute nicht in verbindliche Richtlinien umgesetzt (Mining Watch Canada). Amnesty International wies erst kürzlich in einer Studie darauf hin, dass durch den Unfall und durch die darauf folgenden Aktivitäten der Regierung und des Betreibers Imperial Metals Indigenenrechte verletzt sowie Informations- und Beteiligungsrechte der Bevölkerung nicht gewahrt wurden. Darüber hinaus sei eine grundlegende Überarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für mineralischen Abfall nötig, um diese in Einklang mit menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten zu bringen (Amnesty International).

Die entwickelten Forderungen der Amnesty-Studie sowie des Expert Panels können als generelle Anforderungen an zukünftige gesetzliche Regulierungen verstanden werden. So ist es dringend nötig bestehende Richtlinien dahin zu konkretisieren, dass der Wasserstand durch bspw. Entfernung des Oberflächenwassers zuverlässig reguliert werden kann. Das Prinzip der Best Available Technology (BAT) sollte grundsätzlich Vorrang haben, um einen maximalen Sicherheitsstandard zu gewährleisten – dies ist vielerorts nicht der Fall (Mining Watch Canada). International muss die Verantwortung für eine sichere Entsorgung des mineralischen Abfalls entlang der Finanzierungs- und Lieferkette stärker eingefordert werden. So werden der Bau von Minen und deren Abraumlagerung von deutschen Banken durch Kredite an Unternehmen wie Glencore finanziert, denen vielfach Verstöße gegen Umwelt- und Sozialstandards vorgeworfen wird (Misereor/Facing Finance).

Auf europäischer Ebene sollte neben dem längst überfälligen Verbot des Einsatzes von Zyanid die Mining Waste Directive im Sinne der BAT überarbeitet und konkretisiert werden. Dabei können u.a. die entwickelten Forderungen des kanadischen Expert Panels wichtige Grundlage sein.

Literatur

Arenas, J.M./Mendez, M. (2002): Aznalcóllar Mine accident in Seville (Spain): Lessons learnt four years later. Workshop on Mine and Quarry Waste—The Burden from the Past. Orta, Italy. May 27-28.

Direccao Geral de Energia e Geologia (DGEG) (2011): The Legacy of the Abandones Mines. The context and the action in Protugal, GAR.

Jakob Kluchert studiert Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat von März bis Juni 2017 ein Praktikum bei PowerShift absolviert.

Nachrichten

Deutsche Rohstoffpolitik

BMUB: Industrie 4.0 für KMU spart 25 Prozent Ressourcen
„Die Studie ‚Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes‘ beleuchtet Maßnahmen der digitalen Transformation anhand von zehn Unternehmensbeispielen. Dabei wurden nach Selbsteinschätzung der befragten Unternehmen Einsparungen von Material und Energie von bis zu 25 Prozent erreicht. Aus den Ergebnissen leiten die Macher der Studie Handlungsempfehlungen für KMU, Politik und Wissenschaft ab: ein Plädoyer für die digitale Transformation der klein- und mittelständischen Industrie für den internationalen Wettbewerb mit mehr Klima- und Umweltschutz.“

taz: Weniger, schlauer, besser verbrauchen. Mit seiner Ressourcen-Studie gibt das Freiburger Öko-Institut eine umfängliche Problembeschreibung unseres Rohstoffhungers.
„Dabei hätten es grundsätzlich alle Vorschläge schwer, die in Verboten oder Regelungen mündeten. ‚Nur mit Aufklärung, Überzeugungsarbeit und ‚anstupsen‘ bekommen sie das Problem aber nicht in den Griff.‘ Dessen unbeirrt greift das Öko-Institut auf alle Instrumente zurück, mit denen sich Produktion und Konsum nachhaltiger gestalten ließen: das Planungs-, Steuer- und das Ordnungsrecht, ökonomische Mittel genauso wie Information und die Aufforderung zur Selbstregulierung.“

DERA/BGR: DERA veröffentlicht neue Liste zu potenziell kritischen Rohstoffen: Risiken bei der Beschaffung von Rohstoffen nehmen zu
„‘Für den Produktions- und Technologiestandort Deutschland bergen gerade die kleinen, stark konzentrierten Rohstoffmärkte erhöhte Risiken. Durch Wettbewerbsverzerrungen, Handelskonflikte, Spekulation, politische Maßnahmen oder Naturkatastrophen können potenzielle Beschaffungsrisiken schnell zu realen Preis- und Lieferproblemen werden‘, so Dr. Torsten Brandenburg von der DERA. Jedes Unternehmen sollte geeignete Strategien und individuelle Lösungen entwickeln, um Beschaffungsrisiken in der Lieferkette zu identifizieren und den erforderlichen Rohstoffbezug mittel- und langfristig abzusichern.“

BGR: Neuer Kurzbericht zur Bedeutung der DR Kongo für den weltweiten Kobaltmarkt: Strategien für verantwortungsvollen Kobaltbezug unerlässlich
„Dabei wurden in der DR Kongo in den vergangenen Jahren wiederholt Missstände, wie Kinderarbeit oder prekäre Arbeitsbedingungen festgestellt und dokumentiert. Einige Abnehmer, insbesondere aus der Elektronikindustrie, fordern daher inzwischen von den Grubenbetreibern und Zulieferern die Einhaltung sozialer Standards und die Umsetzung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. ‚Um diesen nachzukommen sollten internationale Abnehmer und deren Kunden beim Bezug von Kobalt aus der DR Kongo, bzw. von weiterverarbeiteten Kobaltspezifikationen durch Audits sicherstellen, dass Erzförderung, -transport und -aufbereitung im Förderland nach den OECD-Leitlinien zur Sorgfaltspflicht in Rohstofflieferketten erfolgen‘, erklären die Mitautoren Uwe Näher und Sebastian Vetter.“

taz: Die größte Kiesgrube Europas: Im brandenburgischen Mühlberg wehrt sich eine Bürgerinitiative gegen den Abbau von Sand und Kies. Nicht nur dort gibt es Probleme damit.
„Zehn Quadratkilometer, das ist in etwa die Fläche eines größeren Dorfs. Im brandenburgischen Städtchen Mühlberg soll in dieser Größenordnung Kies und Sand abgebaut werden. Seit 40 Jahren leben die Mühlberger nun schon mit und von dem Verkauf von Baustoffen nach Berlin oder Hamburg. Doch der Widerstand wächst. Am Donnerstag reagiert der Brandenburger Landtag; die Abgeordneten wollen beschließen, die Genehmigungen der Bergwerksbetreiber künftig jährlich zu überprüfen, außerdem drohen Strafen, wenn die Betriebe stillgelegte Flächen nicht rekultivieren.“

taz: Kläranlagen zu Bergwerken. Phosphor ist wertvoll und knapp. Künftig wird er aus dem Abwasser herausgefiltert
„Einerseits enthalten die rund zwei Millionen Tonnen Klärschlamm, die jährlich in Deutschland anfallen, viele Schadstoffe, etwa Schwermetalle und Medikamentenrückstände; darum gab es Bedenken, ihn weiter auf Felder und Äcker zu kippen. Andererseits enthält der Schlamm Phosphor; das wichtige Düngemittel gilt der EU-Kommission als knapper Rohstoff. Einfach nur verbrennen und entsorgen war also auch keine Lösung. […] Um die 82.000 Tonnen Phosphat importiert Deutschland jährlich, vor allem aus Marokko, China und den USA. 40 Prozent davon ließen sich durch zurückgewonnenes Phosphat aus Klärschlamm ersetzen, schätzt das Bundesforschungsministerium.“

Deutsche Unternehmen/Verbände

BDI: Handlungsempfehlungen zur 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages „Die Digitalisierung der Wirtschaft, Globalisierung und Welthandel oder Energie- und Klimapolitik sind nur einige der Themen, die aus Sicht der deutschen Industrie analysiert werden. Der BDI bietet insgesamt 173 Handlungsempfehlungen zu industrierelevanten Politikfeldern an. [Rohstoffe S. 48-51]“

BDI: Ökodesign von Produkten mit mehr Ressourceneffizienz “One-size-fits-for-all-Lösungen verbieten sich angesichts der Komplexität dieser Aufgabe. Stattdessen müssen produktspezifische Anforderungen zur Ressourceneffizienz mit Blick auf alle Aspekte sorgfältig abgewogen und unter Einbeziehung der Lösungskompetenz von Herstellern und Inverkehrbringern entwickelt werden. Deutlich wurde zudem, dass marktwirtschaftliche Lösungen am besten die Bedürfnisse der Verbraucher abbilden.“

Börse Online: Aurubis-Aktie: Konzern traut sich mehr zu – Was Anleger wissen müssen
„Bis 2025 wird Europas größten Kupferkonzern Aurubis zu einen Multimetall-Unternehmen umgebaut. […] Schon heute extrahiert Aurubis neben Kupfer rund 1000 Tonnen Silber und 50 Tonnen Gold pro Jahr. ‚Der Umsatzanteil des Kupfergeschäft wird dominant bleiben und zumindestens mittelfristig über 50 Prozent liegen‘, sagte Konzernchef Jürgen Schaber der ‚Börsenzeitung‘. Neben Silber und Gold hat Aurubis mit Nickel, Selen und anderen Metallen schon jetzt eine gewisse Diversifizierung in seinem Portfolio.“

Armeco Front: Cronimet says it is reponsible, ZCMC acts the opposite way
“Cronimet German company that owns 60% in the company Zangezur Copper Molybdenum Combine (ZCMC) exploiting Kajaran mine, Armenia, recently responded to business-humanrights.org platform’s enquiry. The subject of the inquiry was actually raised by Armenian Environmental Front (AEF), a local civil initiative that has been alarming about some of the violations of local laws by the company as well as concerns with its environmental performance. […] As a reminder, AEF published an article where it showed the illegal increase of the amount of ore extracted from the Kajaran mine by the company.”

Business & Human Rights Resource Centre: Deutsche Banken in der Kritik wegen Kreditvergabe an Schweizer Baukonzern Glencore; enthält Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen
„Wir haben DZ Bank, UniCredit Group, HSH Nordbank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen, Commerzbank, KfW und Deutsche Bank zur einer Stellungnahme eingeladen. Die DZ Bank, sowie die UniCredit Group teilten auf Nachfrage hin mit, sie wollen den Bericht nicht kommentieren. Auch die Landesbank Hessen-Thüringen teilte auf Nachfrage hin mit, sie wollen keine Stellungnahme abgeben, mit dem Verweis, dass sie sich seit 2013 nicht mehr an Krediten für Glencore beteiligt haben, wie es auch in der Studie vermerkt ist. Die Antworten der Deutschen Bank, KfW, Commerzbank, Landesbank Baden-Württemberg und HSH Nordbank sind untenstehend verfügbar.“

taz: Lebensprinzip vs. Zementfabrik. Eine indonesische Bäuerin wirft dem deutschen Konzern HeidelbergCement vor, ein wichtiges Ökosystem auf ihrer Heimatinsel Java zu zerstören.
„Die Bäuer*innen leben am Fuß des Kendeng-Gebirges, einer natürlichen Karstlandschaft, die sie und ihre Felder mit Wasser versorgt. Das komplexe Ökosystem speichert Regenwasser und Kohlendioxid, es beherbergt Höhlen, Quellen und unterirdische Flüsse. Genau dort plant die Firma Indocement, die im Mehrheitsbesitz von HeidelbergCement ist, den Bau einer Zementfabrik.“

Europäische Rohstoffpolitik

Welt-Sichten: Den NGOs auf die Finger schauen„Der konservative EU-Parlamentarier Markus Pieper will, dass von Brüssel geförderte nichtstaatliche Organisationen stärker kontrolliert werden. In einem Bericht, der Ende März im Haushaltsausschuss des EU-Parlaments erstmals diskutiert wurde, fordert Pieper, die Förderung von nichtstaatlichen Organisationen (NGO) mit EU-Mitteln müsse transparenter gestaltet werden. Der CDU-Abgeordnete der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) beklagt, es sei in vielen Fällen nicht ersichtlich, was die Organisationen mit dem Geld machen.“

Mining Watch Romania: The European Parliament insists on a cyanide ban in mining
In a strong vote with 566 in favor and 8 against the European Parliament has reiterated its call to the European Commission to ban the use of cyanide-based mining in the European Union as soon as possible. The European Parliament yesterday voted a resolution on the implementation of the Mining Waste Directive (2006/21/EC). It regulates waste management in the extractive industries and was initially adopted eleven years ago, in consequence of the tragic cyanide accident at a gold mining processing site in Baia Mare/Romania in 2000.”

Arbeitskreis Rohstoffe: EU: Konfliktmineralien-Verordnung tritt in Kraft. Breites Bündnis der Zivilgesellschaft fordert Nachbesserungen
„Erstmals wird somit in Europa die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Rohstoffsektor gesetzlich verankert. Das bedeutet, dass europäische Unternehmen verpflichtet werden, Verantwortung für ihre Rohstofflieferketten zu übernehmen und Maßnahmen zu ergreifen, die eine Konfliktfinanzierung oder Menschenrechtsverletzungen unterbinden. Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisation begrüßt die Verordnung, kritisiert jedoch, dass sie nur vier Rohstoffe betrifft, bei vielen Unternehmen nicht greift und die Berichterstattung erst ab 2021 verpflichtend ist.“

SOMO: EU regulation on responsible mining will be ineffective
“‘The regulation only focuses on companies that import tin, tantalum, tungsten and gold in raw form, leaving out the imports of products containing those same minerals. Therefore most of the importers, including those of electronic products, are not covered by the regulation. It’s an insufficient attempt to tackle the trade in conflict minerals, which will only hold companies importing the raw materials to self-checks,’ says Alejandro Gonzalez, coordinator of the GoodElectronics Network.”

taz: Schleichwege für’s Blutgold. Konfliktmineralien sollen nach einer EU-Regelung nicht mehr verarbeitet werden. Doch es gibt Schlupflöcher, kritisieren NGOs und Wirtschaft.
„Gudrun Franken, die den Bereich Bergbau und Nachhaltigkeit bei der BGR leitet, schätzt die Zahl der vom Gesetz betroffenen Hütten auf unter zehn. Sie ist so niedrig, weil für Erzimporteure ein hoher Schwellenwert gilt – die Gesetze gelten erst für Unternehmen, die über 100 Kilo Gold oder 5 Tonnen Zinn pro Jahr einführen. Zudem müssen sich nur Unternehmen zertifizieren lassen, die Erze oder Produkte der ersten Verarbeitungsstufe einführen, etwa Draht. Draht, der schon zu Leiterplatten, Autobauteilen oder Computern verarbeitet wurde, muss nicht zertifiziert werden.“

European Coalition for Corporate Justice: Getting Non-Financial Reporting Right: EU Commission Guidelines Clarify Expectations Towards Business
„The NFR Directive has introduced a shift in the purpose of reporting: from placing the focus on the risk to the company only, to likewise taking risks to people into account. Unfortunately, the Commission missed an opportunity to offer more practical guidance to companies on how to identify and assess their human rights impacts. […] We regret that the guidelines do not adequately cover other essential issues, including resource efficiency indicators, best practices for the publication of the reports, or business’ impact and contribution to climate change scenarios.”

Global Witness: Why Strengthening Financial Sector Regulation will Ensure Environmental, Social and Governance (ESG) safeguards
“Companies looking for land to grow crops, for industries like oil, gas or mining, or for housing and infrastructure, rely on finance and loans from the financial institutions we in the European Union (EU) invest in. However, with few rules in place to regulate those institutions, there is little to stop them funding projects that are socially or environmentally damaging. Global Witness, Friends of the Earth Europe (FoEE) and others are campaigning for Europe’s financial regulations to be strengthened with robust Environmental, Social and Governance (ESG) safeguards, to stop investors from propping up companies that are grabbing land, abusing human rights and causing damage to the environment.”

Independent (Macedonia): Bogdanci Votes Against Mine Openings
“Bogdanci citizens almost unanimously voted against the operation of Kazandol mine and the opening of other mines in the municipality at a referendum held on Sunday. […] The referendum results are binding for the local self­-government.”

See News: Bulgarian town backs gold mining ban in referendum
“Voters in Sunday’s local referendum in the western Bulgarian town of Trun rejected with an overwhelming majority plans for gold mining in the area, election commission final data showed. As many as 93% of people who went to the polls voted against the town council approving development plans for mining and processing of mineral resources on its territory […]. Last year, a project for gold and silver mining in Trun area, including on the site of a closed uranium mine, prompted protests by local people who fear the project poses a threat to the environment and their health.”

Mining Watch Canada: Eldorado Gold’s Unspoken Legal Problems in Greece
In a decision published on 11 April 2017, the Greek government announced its intention to take Eldorado Gold to arbitration over a possible breach of contract. The issue at stake is to determine whether Eldorado is actually able to fulfil its contractual obligation to produce pure valuable metals in Greece in light of the Ministry of Environment’s recent rejection of the technical study pertaining to the metallurgy component. This ministerial decision, which puts in jeopardy Eldorado’s entire investment plan, can only be overturned by Greece’s highest administrative court. Eldorado filed an appeal on 28 December 2016; however, no date has been set for the case to be examined at the time of writing.”

Reuters: Greece to seek arbitration over Eldorado’s gold mine investment
“Greece will seek arbitration to settle its differences with Canada’s Eldorado over a gold mine investment, the energy ministry said on Thursday. […] Vancouver-based Eldorado is developing a gold mine project in northern Greece but differences have persisted for years with Greek authorities over testing methods applied to comply with environment regulations. Greece says it wants to make sure that Eldorado’s Greek unit Hellas Gold, which is developing the project, respects its contractual obligations.”

The Globe and Mail: Gabriel Resources to seek $4.4-billion in damages from Romania
“Gabriel Resources Ltd will seek $4.4-billion in damages from Romania for losses related to its long-stalled Rosia Montana gold mine project in a claim that the Canadian miner plans to file Friday with a World Bank Tribunal. Gabriel, whose project has been in the works for 18 years, will argue that Romania violated several investment treaty provisions in its claim to the bank’s International Centre for Settlement of Investment Disputes.”

Rosia Montana: Gabriel: you can always ask but it doesn’t mean we will let you get it!
“Shortly after the inception of the arbitration or ISDS case in 2015 Alburnus Maior, Greenpeace Romania and the Independent Centre for the Development of Environmental Resources (ICDER) contacted the ICSID Tribunal via its team of lawyers to request access to information as prospective amici curiae. The Tribunal replied by releasing several documents; including a timeline allowing the NGOs to submit their brief until September 2018. The decision on whether to admit the amici lies with the Tribunal and is likely to occur after the submission of the brief.”

Klimaretter: Regierung schont Stahlindustrie weiter
„Bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission um die Verschärfung des Emissionshandels sieht die Bundesregierung ihr wichtigstes Ziel darin, die Interessen energieintensiver Wirtschaftszweige wie der Stahlindustrie zu wahren. So strebt die Regierung an, die kostenlosen Zuteilungen von Emissionsrechten an diese Industrien so weit zu erhöhen, dass der von der EU vorgeschlagene Korrekturfaktor beim Emissionshandel ins Leere läuft.“

VDI Nachrichten: Stahlbranche vor dem Umbau
„Die Stahlindustrie in Deutschland und Europa ist existenziell bedroht.“ Dies betonte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl), als die EU-Umweltminister ihre Position zum Emissionshandel für die nächste Handelsperiode von 2021 bis 2030 festlegten. Im Kern geht es Kerkhoff um das Prinzip, dass die jeweils 10 % der effizientesten Rohstahlproduktionen in der EU als Maßstab für die Branche dienen: Ein Stahlwerk, was so effizient produziert, bekommt die benötigten Emissionszertifikate im Februar eines jeden Jahres kostenlos zugeteilt. Das soll die weniger effizienten Hersteller bewegen, Stahl mit weniger Energieeinsatz herzustellen.“

Tiefseebergbau

Süddeutsche: China zapft neuartige Energiequelle am Meeresgrund an  „China und Japan ist es nach eigenen Angaben gelungen, Methanhydrat am Meeresgrund abzubauen – eine fossile Ressource, die in rauen Mengen in den Ozeanen und Eiskappen des Planeten gebunden ist und als Energieträger der Zukunft gehandelt wird. Von einer Bohrinsel im südchinesischen Meer aus sei der Rohstoff in einer Tiefe von 1266 Metern gefördert worden, gab die Nachrichtenagentur Xinhua diese Woche bekannt.“

Papua New Guinea Mine Watch: Resource-Hungry India to Invest $1.5 Bln in Seabed Mining
“India is set to step up efforts to harness mineral wealth from the seabed of the Indian Ocean with the government soon to launch a $1.5-billion deep ocean mission. […] Indian scientists estimate 380 million tons of polymetallic nodules in the retained Indian Pioneer area. India’s National Institute of Ocean Technology has been working on a mining concept where a crawler-based mining machine collects, crushes and pumps nodules to the mother ship using a positive displacement pump through a flexible riser system.”

ZDF: Doku planet e: Schätze aus der Tiefsee „Metalle aus der Tiefe der Meere: Mangan, Kupfer, Kobalt. Rohstoffressourcen, interessant für die Industrie. Aber Tiefseebergbau ist teuer und schädigt das Ökosystem.” [28 Minuten.]

The Guardian: Can deep-sea mining avoid the environmental mistakes of mining on land?
“Deep sea mining presents an ethical conundrum and an opportunity to avoid the costly environmental and social mistakes of land-based mining. That has prompted a group of policymakers, businesses and academic researchers to design rules that they hope will minimize environmental harm. They have proposed ideas that range from setting aside no-mining zones within a region rich in minerals to using technology that will reduce the extent of sediment plumes during dredging.”

The Guardian: Is deep sea mining vital for a greener future – even if it destroys ecosystems?
“In 2016, a region in the Pacific being explored for polymetallic nodules by a UK subsidiary of Lockheed Martin was revealed as having ‘one of the most diverse communities’ recorded in the deep ocean. […] For Murton, tellurium is a good example. It is a key metal for high performance solar panels and is 50,000 times more concentrated in deep sea deposits than in land ores. ‘Because the grades are so much higher, there is much less impact. Deep sea mining is the lesser of two evils.’”

MiningWatch Canada: Apple’s Commitment to a No-Mining Future Makes Deep Sea Mining Unnecessary
“Scientists and civil society organisations from around the world welcome Apple’s 2017 Environment Responsibility Report announcing the communication technology giant’s goal to ‘stop mining the earth altogether’. They call on other companies to match this commitment. Apple’s goal is at odds with the excitement generated in some circles over proposals to mine the deep sea, and in particular by the world’s first deep sea mine (DSM) to be granted an operating licence in Papua New Guinea.”

Seas At Risk: Seas At Risk spearheads global NGO call to halt deep sea mining
„Globally, some 1.2 million km2 of seabed have already been licensed for exploration in the international portion of the seabed, potentially creating the largest mining operation the planet has ever seen and dwarfing anything comparable on land. The area is close to the size of Europe. […] So far the International Seabed Authority has put in place 26 exploration contracts. Sponsoring states for International Seabed Authority exploration contracts are: Belgium, Brazil, Bulgaria, Czech Republic, China, Cook Islands, Cuba, France, Germany, India, Japan, Kiribati, Korea, Nauru, Poland, Russia, Singapore, Tonga, United Kingdom.”

Postcourir: UN Against Seabed Mine
“’There is a high likelihood that mining will disrupt life under the sea and potentially cause mass devastation for biodiversity,’ UN resident co-coordinator Ray Trivedy said. The 14 SDG states the importance of conservation and the sustainable use of the ocean, seas and marine resource. […] ’I am against sea bed mining because despite what some companies say, I am not convinced that it will lead to sustainable development,’ Mr Trivedy said.”

Deep Sea Mining Campaign: Nautilus to go under before reaching the ocean floor“Jonathon Mesulam of the Alliance of Solwara Warriors stated, ‘Nautilus, we are not guinea pigs for your mining experiment! We in the Pacific are custodians of the world’s largest ocean. These oceans are important to us as sources of food and livelihoods. They are vital for our culture and our very identity. In New Ireland Province, we are only 25 km away from the Solwara 1 site. It is right in the middle of our traditional fishing grounds. We will stand up for our rights!’”

Papua New Guinea Post-Courier: Deep Sea Mining Approved By The Government
“Mining Minister Byron Chan says the deep sea mining prospect, proposed for development in New Ireland province, has already been approved by government. Mr Chan said as such he has no powers to revoke the license that has already been issued to the developer-Candian mining firm Nautilus Minerals. […] ‘Lots of concerns have been raised on the project but as minister I cannot revoke the license because the government had already issued this and for another reason Nautilus has not done anything wrong.’”

Afrika

Mining.com: First responsible, conflict-free artisanal gold supply chain operational in Congo
“The Just Gold project creates incentives for artisanal gold miners to channel their product to legal exporters—and eventually responsible consumers—by offering fair and transparent pricing and by providing capacity-building, such as technical assistance to miners in return for legal sales. Miners are taught better exploitation techniques and offered Juts Gold project equipment, in return for which any gold produced must be tracked and sold through legal channels.”

Neue Zürcher Zeitung: Südafrikas Bergbau-Charta löst Empörung aus
„Gemäss der jüngsten Charta müssen sich existierende Gruben neuerdings zu mindestens 30% statt der bisherigen 26% in der Hand schwarzer Südafrikaner befinden. Neue Minen sollen mindestens zu 50% schwarzen Anteilseignern gehören. Die Konzerne haben zwölf Monate Zeit, die neuen Mindestgrenzen zu erreichen. Andernfalls riskieren sie, ihre Förderlizenzen zu verlieren. Zusätzlich zu den Dividenden müssen die Unternehmen ausserdem 1% des Umsatzes an ihre schwarzen Anteilseigner auszahlen. Die Aufsichtsräte müssen zur Hälfte mit schwarzen Mitgliedern besetzt sein. Auch für die Managementebenen gelten höhere Quoten als bisher.”

Chamber of Mines of South Africa: Chamber of Mines applies to High Court for urgent interdict to prevent implementation of DMR’s charter
“’The vast and systemic damage which the publication and threatened enforcement of the 2017 Charter has and continues to inflict upon the financial and reputational interests of not only the Chamber’s members, their employees and investors but also the country as a whole, requires, it is submitted, urgent redress.’”

BusinessDay: Where is the voice of mining-affected communities?
“The empowerment provision appears to be a pre-grant rather than a post-grant requirement. Is it just any black person who is entitled to this concession, and should they not at least establish some form of attachment to the land to be mined, some dispossession or harm they would suffer if they were not compensated in the manner of shareholding?”

The East African: Rwanda produces a third of world’s tantalum – report“Rwanda is the world’s largest producer of tantalum, accounting for over one-third of the mineral traded on the international market, according to the latest Minerals Commodity Summaries published by the United States Geological Survey. Rwanda accounted for about 37 per cent of the global tantalum production while DR Congo accounted for about 32 per cent in 2015, the survey indicates. […] Rwanda also produces a quarter of the world’s niobium, a mineral used by over 80 per cent of the world’s steel industries to strengthen their steel products. It also states that Rwanda was 7th and 12th biggest exporter of tungsten and tin ores, respectively.”

The Guardian: The world’s most toxic town: the terrible legacy of Zambia’s lead mines
“Kabwe is the world’s most toxic town, according to pollution experts, where mass lead poisoning has almost certainly damaged the brains and other organs of generations of children – and where children continue to be poisoned every day. Almost a century of lead mining and smelting has left a truly toxic legacy in the once-thriving town of 220,000 people in central Africa’s Copperbelt, 100km north of the capital Lusaka.”

IWGIA: Extractive industries push Africa’s indigenous peoples to the margins
“Indigenous peoples in many cases share collective land rights. But this ownership of the lands is not officially recognized by African states. Therefore indigenous peoples’ lands are often seen as fertile ground for natural resource exploitation. ‘It is considered terra nullius, no one’s land, since there is no ‘visible’ use or occupation of the land,’ says the new report, issued by the African Commission on Human and Peoples’ Rights and International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA) with support from the Ministry of Foreign Affairs of Denmark.”

African Commission on Human and Peoples‘ Rights: 372: Resolution on the Protection of Sacred Natural Sites and Territories – ACHPR/Res. 372 (LX) 2017
“Recognising the centrality of sacred natural sites and territories to protecting and supporting the relationship between peoples, land and culture, especially for indigenous populations/communities […] Calls on States Parties to uphold their obligations and commitments under regional and international law on sacred natural sites and territories and their customary governance systems, and the rights of custodian communities.”

Asien

Mining.com: Mongolian herders ink historic agreement with Oyu Tolgoi mine, government“A community of traditional nomadic herders has reached an historic set of agreements with Oyu Tolgoi LLC (OT), a Rio Tinto copper and gold mine, and the local government to resolve complaints the herders had related to the mine’s impact on the community and its herds. While these agreements do not resolve all negative impacts of the mine, the commitments, which include strategies to improve water access, to mitigate fractured pasturelands, and to support and diversify the economic activities of the community, represent a significant step forward for the herders.”

Klima der Gerechtigkeit: Biodiversitäts-Offsets vor Vermeidung von Zerstörung und Kompensation in der Mongolei
„In der südlichen Gobi Region in der Mongolei, keine 100 km von der Grenze zu China entfernt, lagern die vermutlich größten noch nicht geförderten Kupfervorkommen der Erde. […] Das multinationale Bergbauunternehmen Rio Tinto beginnt das Gebiet Oyu Tolgoi (OT) zu erschließen, es ist sowohl Tage- als auch Untertagebau geplant. Eine Studie, erstellt von lokalen und internationalen NGOs (Re:Common, CEE Bankwatch Network, Both Ends, Urgewald, OT Watch), zeigt nun, dass, gestützt durch eine unklare Gesetzgebung in der Mongolei, das Unternehmen Kompensations- und Offsetting-Maßnahmen  nicht nur undifferenziert behandelt sondern auch offenbar plant, Offsetting-Projekten Priorität zu geben.“

Goxi: IGF releases Mining Policy Framework Assessment: Mongolia
“The Government of Mongolia sees its minerals sector as critical to national plans for sustainable development, according to a new IGF Mining Policy Framework (MPF) Assessment. […] One of the gaps the team identified in its report was a lack of management of large-volume and high-risk mine wastes, including, but not limited to, their impact on water resources. The report also identifies a lack of government capacity to audit complex tax returns and to deal with transfer pricing, beneficial ownership and related issues.”

Global Witness: Jade and the Generals. Film reveals how Myanmar’s multi-billion dollar jade trade is contributing to ethnic armed conflict – and why natural resources must be a focus of peace talks.
“Under Daw Aung San Suu Kyi, the new civilian-led government has started to take action on the dirty jade trade but there is a long way to go. […] The film focuses on Kachin State in the north of Myanmar, home to the most valuable jade mines on the planet, and the site of some of the country’s worst ethnic armed conflict. Since fighting in Kachin State resumed in 2011, 100,000 people have been driven from their homes and countless lives have been destroyed.”

The Nation: Myanmar and Thai NGOs support ‘Nation’ reporter hit by suit for ‘defaming’ mining firm
“Eighty Thai and Myanmar NGOs have voiced their support for The Nation journalist Pratch Rujivanarom, who has been sued by a Thai mining company over a report about the environmental impacts of a tin mine affecting local people in Myanmar. The group of 80 human rights and environmental protection organisations led by Reporters without Borders issued a joint statement yesterday urging the Thai government to protect press freedom, decriminalise defamation, and align the 2007 Computer Crime Act with international laws and standards. […] The groups also insisted that the lawsuit created a chilling effect for the media and human rights defenders, and conflicted with Article 19 of the International Covenant on Civil and Political Rights, to which Thailand is a state party.”

Gres News: Freeport´s Tactic to Protest Against Indonesia
“Indonesia for Global Justice (IGJ) urges the Indonesian government not to make an investment stability agreement that was requested by Freeport. […] ‘The existence of investment stability agreement would be contrary to the spirit of the Mineral and Coal Mining Law that wants to take over the country’s independence in controlling and managing Indonesian mines. The agreement would negate the power of IUPK that puts the government’s position above investors,’ Budi [Afandi, Coordinator of IGJ Research and Advocation] added.”

New York Times: Philippines Moves to Shut Mines Accused of Polluting
“In February, Gina Lopez, the acting secretary of the environment, said she was shutting down the operations of 28 of the country’s 41 mining companies. Those companies, which account for about half of Philippine nickel production, have been accused of leaving rivers, rice fields and watersheds stained red with nickel laterite. On Feb. 14, she followed up by canceling 75 contracts to develop new mines, in what she called a ‘gift of love’ for the Filipino people. And on Thursday, she said she would soon issue an order banning open-pit mines, calling the pollution of rivers with heavy metals ‘a perpetual liability.’”

Neue Zürcher Zeitung: Lobby-Sieg der Rohstoffbranche. Philippinen setzen aktivistische Umweltministerin ab
„Als Ministerin prangerte sie Umweltschäden und die Raffgier der Industrie an. Im Februar verfügte sie die Schliessung von 28 Minen auf den Philippinen. Ferner verlangte sie Umweltverträglichkeitsprüfungen und forderte die Schaffung von Spezialfonds zur Entschädigung der Landbevölkerung. Für die Bergbaugesellschaften und deren Interessenorganisation, die Chamber of Mines of the Philippines (Comp), war López von Beginn an ein rotes Tuch.“

Mines and Communities: Philippines – Gina Lopez: the miners strike back
“One of Ms Lopez’s last acts before her defenestration was to institute a ban on future open-pit mines (following her ban on mining in ‚critical‘ watersheds). Again it is not entirely clear how legally binding this announcement is; certainly the industry were saying they would challenge it. […]It is true that Lopez has definitely caused a stir, but it seems that the mining industry as a whole has mostly carried on regardless. Although some companies did stop digging, and others such as Red 5 suspended activities, Philex Mining have just announced rising profits in the first quarter 2017. One of the firms supposedly suspended, OceanaGold, have reported record profits despite all the tough talk.”

Mining.com: Philippines shows anti-mining environment minister the door
“Despite that support and the backing from President Rodrigo Duterte himself, her dismissal is considered to be final as it is unusual for cabinet appointments in the Philippines to be denied confirmation. ‘This is not the end, but rather the beginning of a new chapter for the mining industry,’ the country’s Chamber of Mines said in a statement.”

Nord-, Zentral- und Südamerika

amerika21: Regierung Macri in Argentinien drückt neues Bergbaugesetz durch. Menschenrechts- und Umweltorganisationen nicht beteiligt. Regierung will Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Anreize für ausländische Investoren
„Die zu zahlenden Bergbauabgaben werden auf höchstens drei Prozent des Bruttoverkaufswerts des Rohmaterials am Minenausgang festgelegt. Hinzu kommen 1,5 Prozent zu zahlende Abgaben für Infrastrukturfonds auf Provinzebene, um beispielsweise staatliche Kontrollen der Umwelt- und Wasserqualität zu finanzieren. Damit verdienen die Provinzen insgesamt nur noch maximal 4,5 Prozent der von den Unternehmen angegebenen Fördermenge, während eine frühere einprozentige Abgabe zugunsten lokaler Entwicklungsmaßnahmen abgeschafft wird.“

Yes To Life No To Mining: A New Spill of Cyanide Solution in Jáchal, Argentina takes villagers to request a Popular Consultation
“On the 28th of March 2017, three pipes of 90 cm of diameter broke (equivalent to 45 valves), which for at least 12 hours released cyanide-rich solution. People claim that they have been tricked to believe that nothing happened! […] Local communities from Jáchal reject the denial of information as an act of discrimination because on the 19th of May of 2016 the council members Javier Llanos, Eva Castro and Fernando Díaz denied the possibility of holding a popular consultation to define if the inhabitants agree or don’t agree with large-scale metalliferous mining in the basin of the Jáchal River.”

Mining.com: Report blasts Antofagasta’s Minera Los Pelambres
“An 18-pages long report released today by the London Mining Network slams Antofagasta Minerals’ 60%-owned Los Pelambres copper mine, located in the central-northern of Chile in Coquimbo Region. […] According to the report, the El Mauro tailings dam, with a capacity of 1,700 million tonnes of mine waste, is the biggest in Latin America, surpassing Brazilian Samarco dam by 100 times. […] In response, a company’s spokesperson told MINING.com that Los Pelambres does not use water from the Pupio Valley basin, where both Caimanes and the El Mauro dam are located. She also noted that El Mauro is not Latin America’s biggest dam and the 1,700 million-tonnes figure corresponds to the dam’s total capacity, which will be reached at the end of its life.”

Miningscout: Kolumbien: Die Macht des Volkes – Anti-Bergbau-Referenden beeinflussen die Investitionen
“Ärgerlich für Minenbetriebe: In Kolumbien braut sich ein großer Rechtsstreit zusammen, der schwerwiegende Folgen für die Branche haben könnte. Entscheidungen des Verfassungsgerichts haben in den vergangenen Jahren mehr Bestimmungsgewalt über das Fortkommen von Schürfprojekten in die Hände der Kommunen gelegt und damit Lizenz- und Genehmigungsprozeduren erheblich verkompliziert. Mitte vergangenen Jahres erklärte ein Gerichtsurteil den Artikel 37 des bereits seit 15 Jahren bestehenden Bergbau-Kodex für ungültig. Der Artikel hatte Gemeinden daran gehindert, Schürfverbote auf ihren Gebieten auszusprechen.“

Reuters: AngloGold suspends Colombia project after anti-mining vote
“South Africa’s AngloGold Ashanti has halted all exploration work at its La Colosa project in central Tolima, Colombia, after voters backed a proposal to ban mining in the municipality, the company said on Thursday. […] The Tolima vote was made possible by a Constitutional Court decision that overturned the national government’s sole authority to approve mining projects, allowing mayors and provincial governors to challenge exploration permits, to the delight of environmental groups and some politicians.”

Mining.com: Colombia calls governments to stop ‘blood gold’ trafficking
“According to the country’s Mining and Energy Minister German Arce, much of the gold illicitly extracted deep in the jungles of the South American nation — equivalent to more than 80% of Colombia’s total production — is making its way to international gold refiners, which then sell it to international customers. ‘There’s a responsibility on the part of buyers to make certain what the origin of the gold is that they are acquiring,’ Arce told Bloomberg earlier this week. ‘My fear is that there’s a lot of illegally-extracted gold that ends up in central bank vaults.’ […] As well as funding Colombia’s five-decade conflict, ‘blood gold’ has made of Colombia one of the nations with the highest rates of mercury contamination in Latin America.”

Earthworks: Peruvian Supreme Court Acquits Máxima Acuña de Chaupe
“Today, the Supreme Court of Peru upheld a lower court decision in favor of local farmer Máxima Acuña de Chaupe and her family in their fight to protect their land near the proposed Conga gold mine. The Conga mine is a proposed project of the Peruvian subsidiary of US-based Newmont Mining, who brought the aggravated assault suit against Máxima.”

Nachrichtenpool Lateinamerika: Film- und Bergbauaktivist*innen Dougherty (USA) und Moore (Kanada) nach Filmvorführung verhaftet
„Nach der Vorführung des Films ‚Fraude en Flin Flon‘ im Rahmen des Filmforums ‚Conflictos mineros: de Canadá al sur andino‘ in Cusco am 21. April, sind Jhon Dougherty (USA) und Jennifer Moore (Kanada) beim Verlassen der Räumlichkeiten von Polizisten der Sicherheitspolizei verhaftet worden. Dougherty ist der Regisseur des Dokumentarfilms, Moore eine Protagonistin, die bei Mining Watch aktiv ist. Die beiden wurden nach etwa fünf Stunden wieder freigelassen, dürfen Cusco [Peru] jedoch bis Montag nicht verlassen, da noch ein Dokument unterzeichnet werden müsse.“

The Guardian: ‚Artisanal‘ miners in El Salvador face ruin as ban comes into force
“Sosa and his colleagues are now part of a minority in El Salvador, where politicians have unanimously declared the country a mining-free territory – the first country in the world to ban all forms of metal mining. The ban came after a decade-long struggle to protect the country’s limited water supply from being polluted by mining activities. The new law forces the shutdown of existing mines and prohibits the government from issuing new mining licences. It also gives artisanal miners like Soza a two-year period of transition.”

awid: The women behind El Salvador’s historic environmental victory
“In a landmark recent ruling that sets a global precedent, the Latin American country banned metals mining nationwide following the defeat in a seven year dispute with a Canadian-Australian company over the El Dorado project, a proposed gold mining project in the north-central Cabañas region of El Salvador. […] According to Carolina Amaya, a feminist ecologist with UNES, a founding organization and active member of the National Table Against Metal Mining (MNFMM), the ban will shut down 25 mining projects that were in exploration phase, as well as an active exploitation permit with the transnational company Commerce Group.”

Digital Journal: U.S. Repeal of conflict minerals rule could lead to war in Africa
“An important part of the Dodd-Frank repeal legislation also includes the section that requires U.S. companies to disclose whether any of the minerals used in their products come from the Democratic Republic of Congo (DRC). […] Trump’s signed order, or memorandum actually cited corporate profit and jobs as justification for lifting the due diligence requirement, according to Digital Journal’s Brett Wilkins. ‘In addition to lost livelihoods associated with the Conflict Minerals Rule, the SEC also estimated in 2014 that American companies would be forced to incur upfront compliance costs of $3 to $4 billion, with $200 million per year thereafter.’”

Publish What You Pay Canada: Hundreds of Mining, Oil and Gas companies reveal payments to governments for the first time, in Canada and around the world
“Today, Publish What You Pay – Canada welcomes the public disclosure of hundreds of reports detailing payments to governments by Canadian extractive companies. For most companies, this represents the first time these payments have been made public. […] The reports, filed with Natural Resources Canada and posted on their website, have been made available due to the implementation of the Extractive Sector Transparency Measures Act. An Act that requires all Canadian registered and listed extractive companies to disclose payments to governments in Canada and abroad.”

Sonstiges

Vice News: No Mining Required
“’We’re actually doing something we rarely do, which is announce a goal before we’ve completely figured out how to do it,’ Lisa Jackson, Apple vp of Environment, Policy and Social Initiatives and a former head of the EPA, told VICE News during an exclusive visit to Apple’s environmental testing lab Monday. […] In 2014, less than 16 percent of global e-waste was recycled, according to a United Nations University report. And Jackson conceded that only a small amount of what’s contained in an iPhone comes from recycled material. Eventually, Jackson said, the company will combine high-quality recycled metals bought from suppliers with those taken from old Apple products returned by customers.”

Mining.com: Top 50 mining companies reshuffle as Chinese, lithium firms climb rankings
“After a banner 2016, the recovery in the mining sector slowed dramatically this year and in some instances fortunes reversed. […] In contrast to middling performances from North American and Europe-based companies, three of the seven Chinese firms in the ranking are 2017’s top gainers. Tianqi Lithium continues to ride the battery raw material wave with a near 75% jump in value. China Molybdenum is also on a roll as is Yanzhou Coal with both companies making the most of their jump in value to go on the acquisition path outside their home base.”

Bulletin of the Atomic Scientists: Clean energy and rare earths: Why not to worry
“Around 2010, many commentators stridently warned that China’s near-monopoly on supermagnet rare-earth elements could make the growing global shift to electric cars and wind turbines impossible—because their motors and generators, respectively, supposedly required supermagnets and hence rare earths. Some such reports persist even in 2017. But they’re nonsense. Everything that such permanent-magnet rotating machines do can also be done as well or better by two other kinds of motors that have no magnets but instead apply modern control software and power electronics made of silicon, the most abundant solid element on Earth.”

World Economic Forum: Landfill mining: is this the next big thing in recycling?
“Officially defined as ‘the integrated valorization of landfilled waste streams as materials and energy’, enhanced mining extracts valuable materials from both landfilled industrial waste and municipal solid waste. Industrial residues arise during the production of aluminium, zinc, copper or steel. In many cases these residues contain significant quantities of metals that are short in supply and that are central to the development of clean technologies, such as photovoltaic cells, e-cars or wind turbines. […] The enhanced landfill mining approach is currently being demonstrated in two flagship projects funded by the European Commission’s Horizon 2020 Programme, ETN NEW-MINE (for municipal solid waste) and METGROW+ (for industrial waste).”

Bilaterals.org: Is international investment law moving the ball forward on IHRL obligations for business enterprises?
“Rights granted to businesses under international investment law and under human rights law, and obligations imposed on them under some environmental protection treaties (e.g. the International Convention on Civil Liability for Oil Pollution Damage) show that businesses can be right or duty bearers under international law. The UNGPs also recognise that businesses have a responsibility to respect human rights and remedy violations, but since they are non-binding, they do not introduce a legally enforceable obligation.”

Publikationen

adelphi / BMUB / UBA: Schritt für Schritt zum nachhaltigen Lieferkettenmanagement. Praxisleitfaden für Unternehmen

Arbeitsgemeinschaft Rohstoffe: Rohstoffe der digitalen Zukunft: Zeit für ein sozial-ökologisches Upgrade

BGR/DERA: Kobalt aus der DR Kongo: Potenziale, Risiken und Bedeutung für den KobaltmarktCega: Artisanal Mining, Livelihoods, and Child Labor in the Cobalt Supply Chain of the Democratic Republic of Congo

DERA: DERA-Rohstoffliste 2016: Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstoffen und Zwischenprodukten – potenzielle Preis- und Lieferrisiken

Fairphone: Smartphone Material Profiles. Opportunities for improvement in ten supply chains

FDCL: Menschenrechte auf dem Abstellgleis. Die Neuverhandlung des EU-Handelsabkommens mit Mexiko

Forschungsjournal Soziale Bewegungen: Ausgebaggert: Weltweite Proteste gegen den Bergbau

Friends of the Earth Bulgaria / bankwatch network / earthlife Namibia: ESIA Amendment Process for the Proposed Tsumeb – Round Of Comments On Smelter Upgrade and Optimisation Project: Environmental Impact Assessment Report

GLOCON: Direkte Demokratie in Konflikten um Bergbau in Lateinamerika: das Goldminenprojekt La Colosa in Kolumbien

Haus Wasserburg: Die verlorenen Milliarden – Steuervermeidung im Bergbausektor

Heinrich-Böll-Stiftung: Meeresatlas: Daten und Fakten über unseren Umgang mit dem Ozean

Heinrich-Böll-Stiftung: Supporting civil society under pressure – lessons from natural resource exploitation

KASA: Marikana für EinsteigerInnen. Oder: Was hat mein Auto mit dem Massaker von Marikana zu tun?

Misereor: Fragwürdige Unternehmenstätigkeiten des Schweizer Bergbauriesen Glencore und die Verantwortung deutscher Banken

Misereor: Für eine Welt ohne Tiefseebergbau. Im Fokus: Der Pazifik

Öko-Institut: Deutschland 2049 – Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft

philippinenbüro / Powershift: Ohne Verantwortung und Transparenz. Menschenrechtliche Risiken entlang der Nickellieferkette

PowerShift: Towards a Democratic and Globally Just Resource Policy

Rosa-Luxemburg-Stiftung: Fields of Gold? Deliberations on Natural Resource Politics in Africa

Saiia: Resource Extraction and Violent Extremism in Africa

Termine

14.09.2017 (Berlin):  7. BilRess-Netzwerkkonferenz

06.-08.10.17 (Leipzig): Konferenz zu Migration – Entwicklung – ökologische Krise

3. Alternative Rohstoffwoche

11. Oktober 2017
Digitalisierung: Eine – falsche – Wette auf die
Zukunft? Auswirkungen von Industrie 4.0 in Nord
und Süd
Veranstaltet von Brot für die Welt, DNR und PowerShift e.V.
19:00 – 21:00 Uhr bei Brot für die Welt,
Caroline-Michaelis-Straße 1, Berlin

16. Oktober 2017
Dokumentarfilm „No a la minería – Sí a la vida“
mit anschließender Diskussion
Veranstaltet von: Christliche Initiative Romero
19:00 Uhr im neben*an, Warendorfer Str. 45, Münster

16. Oktober 2017
Konfliktmineralien – Sorglos dank Sorgfaltspflichten? Welche Herausforderungen warten bei der Umsetzung der EU-Verordnung
Veranstaltet von: Christliche Initiative Romero, Germanwatch, ÖNZ, PowerShift
19:00 Uhr bei der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin

16. und 17. Oktober 2017
Filmvorführung „Hija de la laguna/Daughter of the
lake“ mit anschließender Diskussion
16.10. ACUDkino, Veteranenstr. 21, Berlin
Veranstaltet von: Kampagne Bergwerk Peru
17.10. 3001 Kino, Schanzenstraße 75, Hamburg
Veranstaltet von: Kampagne Bergwerk Peru und Peru
Initiative Hamburg, jeweils 19:00 Uhr

17. Oktober 2017
Die nächste Abhängigkeit? Bergbau in Venezuela
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit
Tobias Lambert
Veranstaltet von: FDCL e.V
19:00 Uhr im FDCL-Veranstaltungsraum, Mehringhof,
3. Aufgang, 5. Stock, Gneisenaustr. 2a, Berlin

17. und 18. Oktober 2017
Filmvorführung „Titiqaqa y los rostros desaparecidos/Titicaca und die verschwundenen Gesichter“
17.10. 19:00 Uhr, Cinema, Warendorfer Str. 45, Münster
Veranstaltet von: Kampagne Bergwerk Peru und
Christliche Initiative Romero e.V.
17.10. 19:30 Uhr, Aischtaler Filmtheater/Kulturkino,
Koslinger Str., Höchstadt/A.
Veranstaltet von: Kampagne Bergwerk Peru und
Förderkreis Cajamarca e.V., Herzogenaurach
18.10. 10:00 Uhr Filmstudio GLÜCKAUF (für Schulklassen)
18.10. 20:00 Uhr Filmstudio GLÜCKAUF,
Rüttenscheider Straße 2, Essen
Veranstaltet von: Kampagne Bergwerk Peru und
Bischöfliche Aktion Adveniat e.V.

18. Oktober 2017
Kolumbien: Goldgräberstimmung im Postkonflikt
Veranstaltet von: Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen
19:00 Uhr im Logoi – Institut für Philosophie und Diskurs,
Jakobstr. 25a, Aachen

18. Oktober 2017
Unfairhandelbar – Die Rolle von Nachhaltigkeit und
Menschenrechten in der Digitalisierung
Veranstaltet von: INKOTA
18:00 Uhr im Stadtteilhaus Äußere Neustadt, Dachsaal,
Prießnitzstraße 18, Dresden

18. Oktober 2017
Böse Miene zur bösen Mine – Dutertes Umweltpolitik
und deutsche Nickelimporte
Veranstaltet von: PowerShift, philippinenbüro und TAZ
19:00 Uhr im Taz-Café, Rudi-Dutschke-Straße 23, Berlin

18. Oktober 2017
„Die Minen machen uns arm“: Bergbaukonflikte in
Burkina Faso
Veranstaltet von: Forschungsgruppe GLOCON an
der Freien Universität Berlin, Rosa-Luxemburg-Stiftung
18:00 – 20:00 Uhr im Salon der RLS, Franz-Mehring-Platz 1, Berlin

18. Oktober 2017
Dialogforum Kreislaufwirtschaft „Endlich mehr und besseres Kunststoffrecycling“
Veranstaltet von: NABU e.V.
10.30 bis 16.30 Uhr in der Bundesgeschäftsstelle des NABU,
Charitéstraße 3, Berlin

18. Oktober 2017
Ozeane – Rohstoffquelle der Zukunft? Tiefseebergbau
im Schnittfeld von Wirtschaftswachstum, Meeresschutz
und Entwicklungspolitik
Veranstaltet von: Brot für die Welt, Fair Oceans,
Forum Umwelt und Entwicklung
18:00 Uhr bei Brot für die Welt,
Caroline-Michaelis-Straße 1, Berlin

19. Oktober 2017
Plünderung der Tiefsee – Welthunger nach Rohstoffen
Veranstaltet von: hbs Bremen, Fair Oceans, hbs Berlin,
Brot für die Welt
19:00 Uhr im Übersee-Museum Bremen, Bahnhofsplatz 13, Bremen

19. Oktober 2017
Mit direkter Demokratie den Bergbau stoppen?! Film und Diskussion
Veranstaltet von: Forschungsgruppe GLOCON an der Freien
Universität Berlin, Mehr Demokratie e.V.
19:00 Uhr im Havemann Saal, Haus der Demokratie,
Greifswalder Straße 4, Berlin
19. Oktober 2017

Mehr Durchblick beim Rohstoffabbau? Der erste
EITI-Transparenzbericht in Deutschland
Veranstaltet von: Forum Umwelt & Entwicklung, Transparency Deutschland und weitere Akteure der D-EITI Zivilgesellschaft
19:30 Uhr bei der GIZ, Reichpietschufer 20, Berlin
19. Oktober 2017

Blick nach Indonesien: Klima, Kohle und Konzerne
Veranstaltet von: Stiftung Asienhaus und der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft
18.00 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, Köln

20. Oktober 2017
Plünderung der Tiefsee – Welthunger nach Rohstoffen
Veranstaltet von: hbs Hamburg, Fair Oceans, hbs Berlin,
Brot für die Welt
18:00 Uhr im Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg,
Von-Melle-Park 3, Hamburg

20. Oktober 2017
Fachgespräch: Menschenrechte und Bergbau in den
Philippinen
Veranstaltet von: philippinenbüro e.V.
18:00 Uhr im Allerweltshaus, Körnerstraße 77. Köln

20. Oktober 2017
Umweltgerechtigkeit am Amazonas? …und wie
Chevron keinen Aufwand scheut, sie zu verhindern
Veranstaltet von: Lateinamerika-Arbeitskreis des Nord Süd
Forums München
19:00 Uhr im EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80, München

21. Oktober 2017
Europas Rohstoffhunger: Von der imperialen Lebensweise, Widerstand und Solidarität.
Veranstaltet von: Christliche Initiative Romero
Ganztägig in der (ESG) Evangelische Studierendengemeinde
Münster, Breul 43, Münster

21. Oktober 2017
„Minería en Colombia hoy, tras los acuerdos de paz“
Workshop auf Spanisch
Veranstaltet von: FDCL e.V. und
AG Bergbau und Menschenrechte Kolumbien
15:00 – 18:00 Uhr im FDCL-Veranstaltungsraum,
Mehringhof, 3. Aufgang, 5. Stock, Gneisenaustr. 2a, Berlin

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AK Rohstoffe ist ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert negative Auswirkungen des (metallischen und nichtmetallischen) Rohstoffabbaus in den Ländern des globalen Südens und Nordens sowie die politischen Trends, die diese bedingen. Seit dem 1. Mai 2013 existiert ein Koordinationsbüro in Berlin.

Herausgeber: Michael Reckordt; Kontakt: michael.reckordt@power-shift.de; 030 42805479

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