Filmreihe “Verbohrte Entwicklungen: Bergbau und extraktive Industrien in Lateinamerika”

Die Rohstoffausbeutung in Lateinamerika produziert vielfältige Konflikte: Menschenrechtsverletzungen, Zwangsumsiedlungen, Zerstörung der Biodiversität, Verseuchung von Trinkwasser. Meist werden kurzfristige Wirtschaftsinteressen über grundlegende Rechte auf Leben und Selbstbestimmung gestellt. In fünf Dokumentationen werden die Konsequenzen aufgezeigt sowie der Widerstand der betroffenen Bevölkerung und Zivilgesellschaft verdeutlicht. Eine Veranstaltungsreihe von FDCL und kolko e.V..

Jeweils um 19 Uhr im Sputnik Kino in Berlin.
• Montag, 19. Oktober: „Der weiße Schatz- Die Salzarbeiter von Caquena

Die bolivianischen Salzarbeiter im Salar de Uyuni, wo die größten bekannten Reserven an Lithium lagern. Die geplante Ausbeutung wird das Leben der Arbeiter noch unabsehbar, aber grundlegend verändern.

• Dienstag, 20. Oktober: „Tierra Sublevada- Oro Impuro“ und anschließendes Gespräch mit Facundo Martín (Universidad de Cuyo in Mendoza, Argentinien)

Der Regisseur Fernando Pino Solanas zeigt am Beispiel des Bergbaus in Argentinien die zugrundeliegende Logik, die bereits seit der Kolonisierung funktioniert: Zum Vorteil Weniger – damals Kolonisatoren, heute internationale Konzerne – findet Ausbeutung um jeden Preis statt.

• Mittwoch, 21. Oktober: „Yasuní- El buen vivir“ und anschließendem Gespräch mit Philip Gondecki (Yasunidos Deutschland)

Die Yasuní-Initiative war eine beispiellose Idee, die den Erhalt der Biodiversität vor die Ausbeutung der Rohstoffe stellte. Zwar ist die Initiative gescheitert, zeigt aber, dass es zur derzeitig propagierten Vorstellung von Entwicklung Alternativen gibt.

• Donnerstag, 22. Oktober: „Resistencia“ und anschließendes Gespräch mit Angela Isphording (Rosa- Luxemburg- Stiftung)

Transnationale Konzerne in Goldgräberstimmung in Mittelamerika: Ölpalmplantagen, Staudamm- und Bergbauprojekte versprechen große Gewinne. Doch die lokale Bevölkerung wehrt sich auf verschiedenen Ebenen gegen die Inwertsetzung ihrer Territorien.

• Samstag, 24. Oktober: „Marmato

Wer sollte das Recht haben, die natürlichen Ressourcen eines Territoriums zu nutzen? Der traditionelle Kleinbergbau in Marmato, einem kolumbianischen Dorf, wird von den Interessen großer transnationaler Konzerne bedroht. Über sechs Jahre begleitet die Dokumentation die Bergleute in ihrem alltäglichen Leben und ihren wachsenden Widerstand.

• Sonntag, 25. Oktober: „La Buena Vida- Das gute Leben

Der größte Kohletagebau der Welt, die Mine El-Cerrejón in Kolumbien, frisst sich immer weiter in die Landschaft. Die Dokumentation begleitet die indigene Wayuú-Gemeinschaft aus Tamaquito, in ihrem Umsiedlungsprozess und dem Versuch, in Verhandlungen mit den großen internationalen Bergbaukonzernen ihre Vorstellungen von einem guten Leben durchzusetzen.

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