Köln: Fachtagung zu Ressourcenkonflikten in Asien

Im Rahmen der 2. Alternativen Rohstoffwoche findet am 26. Oktober von 9:00 bis 19:00 Uhr eine Fachtagung zum Thema “Ressourcenkonflikte in Asien – Europa in der Verantwortung” in Köln statt. Veranstaltet wird Diese von der Stiftung Asienhaus und dem Global South Studies Center der Universität zu Köln.

Um eine Anmeldung bis zum 21. Oktober 2015 wird gebeten.


Das vorläufige Programm:

9.00-11.00
Europäische Interessen im (Tiefsee-)Bergbau in Asien und im Pazifik
Der asiatisch-pazifische Raum verfügt über vielfältige Bodenschätze und noch kaum erforschte Reichtümer auf dem Meeresgrund (wie z.B. Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfide). Der Workshop möchte vorranging darüber informieren, auf welche Art und Weise europäische Akteure und Interessen bei der Erschließung und Förderung von Rohstoffen in der Region beteiligt sind. Dafür werden beispielhaft deutsche Interessen im Tiefseebergbau, die Finanzierung des Kohlebooms in Indonesien und die Auswirkungen von europäischer Handelspolitik in Myanmar dargestellt. Basierend auf den Beiträgen möchten wir über mögliche Handlungsstrategien und relevante Fragestellungen für zukünftige sozialwissenschaftliche Forschungen zum Thema Bergbau diskutieren.
Angefragt: Roland Seib (Politikwissenschaftler und Mitglied des Pazifik Netzwerks), Axel Müller (FAKT) und Joseph Purugganan (Focus on the Global South, Philippines) sowie Präsentation des Films „Banking while Borneo Burns“ von World Development Movement.
11-11.30 PAUSE
11.30-13.00
Agrosprit, Palmöl und transnationale Solidaritätskampagnen
Agrosprit und die damit verknüpften Probleme der Palmölexpansion gelten inzwischen als eine der „falschen Lösungen“ für die Klimakrise. Indonesische AktivistInnen werden im Workshop zunächst die gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen um Palmöl in Indonesien und Malaysia skizzieren. Hierbei geht es um Landkonflikte, Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft, Veränderung der Geschlechterverhältnisse, Migration und Ausbeutung eines neuen Prekariats. In der Diskussion wollen wir über die Palmölkampagnen in Deutschland nachdenken. Wir kritisieren die Beschränkung auf Konsumverhalten als verkehrten Warenfetischismus (ich kaufe also bin ich). Stattdessen wollen wir über andere Formen der Solidaritätskampagnen diskutieren.
Mit Ramlah Daud (Universitas Malaysia Sabah, Irendra Radjawali (Aktivist aus Jakarta und Mitarbeiter Uni Bonn), Oliver Pye (Stiftung Asienhaus)
13.00-14.00 MITTAGSPAUSE
14.00 – 16.00
Mit dem Wald Leben: Alternativen zu destruktiven Entwicklungsszenarien
Die gegenwärtig vorherrschenden Entwicklungsstrategien in den Regenwaldgebieten Asiens führen meist zu einer großflächigen Entwaldung. Holzeinschlag, die Expansion der industriellen Landwirtschaft und neue Bergbauprojekte versprechen Arbeitsplätze, die infrastrukturelle Erschließung abgelegener Gebiete und makroökonomisches Wirtschaftswachstum. Mit dem Wald verlieren jedoch viele Menschen vor Ort ihre Lebensgrundlage und die Weltbevölkerung wichtige Kohlenstoffspeicher. Wir wollen in diesem Workshop mit der World Café Methode daher gemeinsam über alternative Entwicklungsszenarien diskutieren: Welche Wirtschaftsstrategien können lokalen Gemeinden ein Auskommen garantieren ohne den Wald zu zerstören? Ist die Inwertsetzung von Kohlenstoff durch REDD+ Programme eine sinnvolle Alternative? Kann die diversifizierte Nutzung unterschiedlicher Nicht-Holzwaldprodukte ein stabiles Einkommen generieren? Welche Erfolge und Herausforderungen charakterisieren lokal geführte Gemeindewälder?
16.00 – 16.30 PAUSE
16.30 – 18.00
Strategische Fragen der Klimagerechtigkeitsbewegung in Asien und Europa
Zur Klimakonferenz in Paris werden wieder große Proteste erwartet. Gerade in Asien sind Millionen vom Klimawandel und vom Nichtstun der Regierungen betroffen. Doch wie sinnvoll ist eine Orientierung auf die UN-Verhandlungen noch? Sind direkte Aktionen wie die jüngste Besetzung des Braunkohletagebaus in Garzweiler effektiver? Wie können wir am besten für Klimagerechtigkeit kämpfen? In dieser moderierten Podiumsdiskussion werden Klimaaktivisten aus Asien und Europa diese und folgende Fragen diskutieren: Welche Narrative werden von der Klimagerechtigkeitsbewegung in Asien und in Europa gegen das von Konzerninteresen beherrschte COP 21 in Paris entwickelt? Wie unterscheiden sich Forderungen und Strategien? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Und wie könnte eine strategische Kooperation zwischen Bewegungen in Asien und Europa aussehen?
Mit Yuyun Harmono (Klimaaktivist Indonesien/Europa), Joseph Purugganan (Focus on the Global South in Manila, Philippines), NN.(AusgeCO2hlt, Klimacamp), N.N. (European Federation of Young Greens).
18.00 – 19.00 AUSKLANG

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